Gemeinschaft

Kenia noch in seinen ruhigen Zeiten – Opfertierkampagne in Kenia

17. Januar 2008

Nach Kenia gelangte ich über Uganda. Ich war Teil der Helfergruppe in Uganda, sollte aber noch einige Tage vor dem Opferfest nach Kenia, um die Kampagne dort zu leiten.

Wie jedes afrikanisches Land hatte dieses auch mit der Armut und verschiedenen Problemen zu kämpfen. Diese Probleme waren groß. Arbeitslosigkeit und mangelnde Bildung sind die Hauptprobleme vor Ort.  Kenia hat 36,7 Millionen Einwohner. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 49 Jahre. Das Land wird von ca. 40 verschiedenen Kulturen und 52 Volkgruppen bevölkert. Etwa 70 % der Menschen in Kenia sind Christen, 20% sind Muslime und ca. 10% sind Anhänger afrikanischer Naturreligionen.

Wir wollten unsere Opfertiere in Garissa verteilen. In Garissa leben sehr viele Flüchtlinge, die besonders vor dem Krieg in Somalia nach Kenia geflohen sind. Wir wollen das Schächten bei einem Waisenhaus durchführen. Zum einen wird das Waisenhaus von uns einige Opfertiere bekommen, zum anderen dient es den Flüchtlingen in der Umgebung als bekannte Anlaufstelle. Die meisten Vorbereitungen dort wurden schon vor unserer Anreise getroffen, ich mussten aber noch 500 Tiere für das Fest kaufen.

Es war soweit, der Tag des Opferfestes war da. Ich war aufgeregt, da ich noch nie mit so vielen Menschen zusammen das Festtagsgebet gebetet hatte. Es waren mehrere Tausend Muslime auf einem großen Platz vor dem Waisenhaus zusammengekommen und alle waren sie sehr festlich gekleidet. Das Waisenhaus war sehr groß und hatte mehrere Hektar. Über 300 Kinder lebten dort. 

Unsere eigentliche Arbeit begann dann auch direkt im Anschluss an das Festtagsgebet. Wir haben mit den einheimischen Helfern vor Ort über mehrere Tage das Fleisch an die bedürftigen Menschen verteilt. Sie hatten uns schon erwartet, jung, alt, Frauen und Kinder. Was uns trotz der Strapazen glücklich gemacht hat, war die Freude in ihren Augen. Vier  Tage lang haben wir das Fleisch an die bedürftigen Menschen geben dürfen. Sie hatten ja auch lange darauf gewartet. Ihre Bittgebete und den Dank sollten wir den Muslimen in Europa überbringen. Ich war froh, hier zu sein, denn es machte einen riesigen Unterschied ob man die Bilder der Not nur in den Nachrichten sieht oder Vorort Zeuge davon wird, was es heißt, in Armut zu leben.

Noch war es zur Zeit unseres Aufenthalts ruhig in Kenia. Der Wahlkampf war zwar voll im Gange, zumindest konnte man aber in den Flüchtlingsgebieten noch nichts von der Spannung spüren, die wenige Wochen später zum Ausbruch der heutigen Gewalt in Nairobi führen sollte. (aek)

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