Pressemitteilung

Kopftuch – Lösen Sie sich von widerlegten Behauptungen, Herr Innenminister!

10. August 2011

„Die Äußerungen von Boris Rhein sind nicht hinnehmbar. Sie beleidigen jede Frau, die ein Kopftuch trägt und grenzen sie ab. Dieses Verbotsgesetz hat nicht nur die Ausgrenzung der Frauen im öffentlichen Dienst zur Folge, es macht den Frauen grundsätzlich schwer, ins Arbeitsleben einzusteigen. Mit Blick auf die staatlichen Verbotsgesetze lehnen immer mehr private Arbeitnehmer ab, muslimische Frauen mit Kopftuch einzustellen. Das sollte zu denken geben.

Dass der hessische Innenminister das Verbot auch noch mit freiheitlich demokratischen Werten begründet  und behauptet, das Kopftuch vermittle ein Bild, das sich mit den weltoffenen und freiheitlich demokratischen Werten nicht vereinbaren lasse, ist ein Affront gegen die Verfassung. Gerade diese Werte stehen der Ausgrenzung aufgrund religiöser Überzeugungen elementar entgegen. Dabei müsste gerade er als Innenminister und Verfassungshüter ein gutes Beispiel abgeben.

Entgegen seiner Behauptung müsste Rhein eigentlich wissen, dass das Kopftuch weder ein Symbol ist, noch für Unterdrückung steht. Selbst wenn er historisch unbewandert sein sollte, müssten viele erfolgreiche und emanzipierte Frauen mit Kopftuch für ihn doch heute Beispiel genug sein, um sich von dieser veralteten, weil mittlerweile unzählige Male widerlegten Behauptung zu lösen.“

Hintergrund: Hessische Beamtinnen des Landes und der Kommunen dürfen seit Oktober 2004 im Dienst keine Kleidungsstücke tragen, die das Vertrauen in die Neutralität ihrer Amtsführung gefährden könnten. Mit dem Gesetz wird das Kopftuchverbot rechtfertigt.