Gemeinschaft

KRM: Bundespräsident Gaucks Aussagen zum Islam sind irritierend

02. Juni 2012
„Die Aussage des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff zum Islam hatte für Muslime in Deutschland eine große integrative Bedeutung. Wir haben uns von Bundespräsident Gauck die Fortführung dieser integrationspolitisch wichtigen und klugen Linie erhofft. Es ist irritierend, dass Bundespräsident Gauck sich gerade von dieser Aussage seines Vorgängers distanziert. Für die selbstverständliche Feststellung, dass in diesem Land viele Muslime leben, bedarf es keiner großen Anstrengung. Dass in Deutschland ca. vier Millionen Muslime leben, von denen etwa die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft hat, ist Realität.“, betont Kızılkaya.Das Signal, das von dieser Relativierung ausgeht, ist jedoch beunruhigend: Muslime als einzelne Individuen sind zu tolerieren, weil sie nun schon einmal hier sind? Für ihre Religion und Kultur bleibt jedoch kein Raum. In der Integrations- und Islamdebatte sind wir an vielen Stellen schon viel weiter.

„Leider verengt der Bundespräsident mit solch einer Aussage die Freiheitsrechte – insbesondere die Religionsfreiheit – von Muslimen auf den individuell-privaten Bereich. Kollektive Freiheitsrechte, wie die Sichtbarkeit als muslimische Gemeinschaften oder die rechtliche Integration des Islams in den religionsverfassungsrechtlichen Rahmen, werden in Frage gestellt. Dem Freiheitsbild unserer Verfassung entspricht dieser Umgang mit religiösen Minderheiten nicht“, stellte KRM-Sprecher Kızılkaya klar.


Für die im KRM vertretenen muslimischen Religionsgemeinschaften ist dagegen selbstverständlich, dass sowohl der Islam, als auch die Muslime und ihre Gotteshäuser zu Deutschland gehören.

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