Pressemitteilung

KRM trifft türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül

21. September 2011

Bei dem Treffen wurde die Situation der muslimischen Gemeinschaften in Deutschland erörtert. Üçüncü verwies in dem Gespräch darauf, dass der Frage nach muslimischen Religionsgemeinschaften zwar eine zentrale Bedeutung zukommt, die Hindernisse aber nicht in den juristischen Voraussetzungen bzw. den bürokratischen Abläufen liegen, sondern vielmehr im fehlenden politischen Willen auf der staatlichen Seite.

Darüber hinaus dankte Üçüncü Staatspräsident Gül für seine mahnenden Worte im Hinblick auf die Gefährdung des sozialen Friedens in Europa und insbesondere in Deutschland durch Islamophobie. Diese Wahrnehmung entspreche auch dem Empfinden der in Deutschland lebenden Muslime. Viele der bestehenden Probleme im Zusammenleben von Mehrheitsgesellschaft und Muslimen würden sich im Lichte dieses Phänomens gestalten, stellte Üçüncü fest.

Weiterhin verwies der Generalsekretär der IGMG kritisch auf die vermehrten Initiativen des Staates, Einfluss auf die Formulierung von muslimisch-religiösen Inhalten zu nehmen und unterstrich den Anspruch der Muslime nach der verfassungsrechtlichen Gleichstellung mit anderen Religionsgemeinschaften.

Staatspräsident Abdullah Gül ermutigte die Vertreter der islamischen Religionsgemeinschaften, die dargestellten Problemfelder als Herausforderung zu begreifen und sich noch intensiver in die Gesellschaft einzubringen. Die Gemeinschaften sollten offensiv für ihre Rechte eintreten und dabei den Dialog mit allen Relevanten gesellschaftlichen Akteuren und Multiplikatoren suchen.

Gül würdigte in diesem Zusammenhang die mutigen Vorstöße von Bundespräsident Christian Wulff als richtigen Ansatz, den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf Dauer zu sichern.

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