Gemeinschaft

Kurs für Öffentlichkeitsarbeit hat begonnen

16. März 2011

Die Kursteilnehmer wurden von Ali Mete (Generalsekretariat), einem der Verantwortlichen des KFÖ, begrüßt. Mete erläuterte die Ziele und Inhalte der knapp einjährigen Veranstaltung und stellte das Konzept vor. Demnach wurden theologische, historische und praktische Schwerpunkte gesetzt, welche in insgesamt zehn Wochenendveranstaltungen anhand einzelner Themenfelder behandelt werden sollen. Daneben werden drei Workshops angeboten.

Da es sich bei dem Kurs um ein Kooperationsprojekt handelt, begrüßten auch Mesud Gülbahar (Vorsitzender der Jugendorganisation) und Nurcan Ulupınar (Vorsitzende der der Frauen-Jugendorganisation) die Teilnehmer. Ebenfalls anwesend waren die Mitorganisatoren des KFÖ Osman Yusuf (Jugendorganisation) und Ayse Aslan (Frauen-Jugendorganisation).

Das Thema des Wochenendes war die „Quellenfrage: Der Islam im Lichte seiner Quellen“. Demnach wurden die Teilnehmer durch ein Impulsreferat von Sebahat Köse in die Entstehungsgeschichte des Korans und der Sunna eingeführt. Dabei ging es zunächst um den Beginn und die Form der göttlichen Eingebung im Allgemeinen, später um die explizite Form der Herabsendung des Korans „Es gibt im koranischen Kontext drei Formen der Offenbarung an die Propheten“, so Köse, „nämlich die Inspiration in einem Traum, die verborgene Sprache und Gottes Offenbarung in Form der Sendung eines Gesandten wie den Engel Gabriel (as).“ Der Koran ist in letzterer Form herabgesandt worden. Anschließend verdeutlichte Köse die Übermittlung dieser Offenbarung (Wahy).  „Vor allem die mündliche Tradierung ist bei einem Volk, das des Lesens und Schreibens nicht mächtig war, unabdingbar gewesen.“ bemerkte die Referentin. Der erste Themenbereich endete mit den Stadien der Sammlung und Zusammenstellung des Korans. Der zweite Themenbereich des Referats behandelte die Tradierung des Hadith. Hier wurde die Präzisionsarbeit in den Hadithwissenschaften betont.

Daraufhin folgte ein Vortrag von Amina Erbakan über „Unterschiedliche Interpretationen der Quellen des Islams“. Nach einem Einstieg über die Einheit (Tawhîd) Gottes, dem Menschen in seiner Geschöpflichkeit und der Bedeutung der Rechtleitung (Hidâya) ging die Referentin auf das Koranverständnis ein. Dabei appellierte sie vor allem daran, Meinungsverschiedenheiten auch innerhalb der islamischen Gemeinde nicht als Nachteil, sondern als Bereicherung zu sehen. „Selbst der Koran sagt von sich selbst, dass er eindeutige und mehrdeutige Verse hat“, so Erbakan, die daraus folgerte, dass es gefährlich sei, sich selbst als Deutungshoheit anzusehen. Die Referentin betonte vielmehr die Selbstverständlichkeit und Notwendigkeit unterschiedlicher Interpretationen.

Anschließend gab es einen interaktiven Vortrag von Mehmet Genç über die Geschichte und Unterschiede der Rechtsschulen im Islam. Zunächst wurden Grundbegriffe wie „Scharia“ und „Fikh“ geklärt. „Die Scharia ist kein Gesetzesbuch. Sie ähnelt nicht dem BGB, in dem man bestimmte Paragraphen suchen kann“, erklärte Genç. „Wenn der Begriff „šScharia‘ fällt, denkt jeder an Strafen, dabei ist sie sehr viel breiter gefächert“. Danach ging es um die Gründe der Entstehung und Nützlichkeit von Rechtsschulen. „Einer Rechtsschule anzugehören erleichtert dem Muslim seinen Alltag“, merkte einer der Teilnehmer an, die durch eine Pro-Contra-Diskussion aktiv in den Vortrag eingebunden wurden.

Nach dem von Vorträgen bestimmten ersten Tag des KFÖ-Treffens knüpften am Folgetag drei Workshops an. Die Teilnehmer hatten die Wahl zwischen dem Workshop „Öffentlichkeitsarbeit in der Moschee“, „Medien in der Öffentlichkeitsarbeit“ und „Texte in der Öffentlichkeitsarbeit“.

Alles in allem wurde den Kursteilnehmern ein sehr ausgefülltes Wochenende geboten. Sie kehrten zwar erschöpft, aber höchstzufrieden heim. (sk)

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