Gemeinschaft

Lasst uns Millionen Menschen gemeinsam erreichen

27. November 2006

Die jährlich organisierte Opfertierkampagne hat eine besondere Bedeutung, da sie den in materiellem Wohlstand lebenden Muslimen in Europa die Möglichkeit gibt, ihren Gemeinschaftssinn und Solidarität mit den weltweit lebenden Muslimen zu leben. Ali Bozkurt, Leiter des Ausschusses für die Opfertierkampagne, hat unsere Fragen bezüglich der 62 Länder und Regionen umfassenden Kampage beantwortet.

 

Herr Bozkurt, können Sie uns kurz über die Opfertierkampagne informieren?

Wie man weiß, führt ein großer Teil der Muslime, die ein Drittel der Weltbevölkerung ausmachen, ein Leben unter schweren Bedingungen. Millionen Muslime kommen jährlich durch Hungersnöte und Armut sogar ums Leben. Das Ziel unserer Opfertierkampagne ist es, die Hilfe der gemäß unserer Religion als reich einzustufenden europäischen Muslime gegenüber weltweit lebenden Muslimen zu gewährleisten. Diese Kampagne bezweckt, dass unsere Hilsbereitschaft und Solidarität gestärkt wird, in dem Maße wie unser Egoismus geschwächt wird. Unsere Organisation bildet eine Brücke zwischen den Muslimen in Europa und den in den verschiedenen Teilen der Welt lebenden bedürftigen, unterdrückten und benachteiligten Menschen. Dabei wird kein Unterschied zwischen Religion, Sprache, Nation und Herkunfstgebiet gemacht. Mit der Opfertierkampagne glauben wir, einen weltumfassenden Dienst zu leisten.

Eine weltweite Kampagne zu führen, dürfte wohl nur mit einem großen Team möglich sein.

Im Rahmen der diesjährigen Opfertierkampagne werden europaweit 750 ehrenamtliche Helfer aktiv sein, die diesen Dienst ohne eine Gegenleistung verrichten. Dieses Gespräch möchte ich auch zum Anlass nehmen, allen Helfern nochmals zu danken.

In wieviel Ländern werden Opfertiere geschlachtet? Nach welchen Kriterien wird die Auswahl der Länder vorgenommen?

Wie jedes Jahr beabsichtigen wir Opfertiere in 62 Ländern und Gebieten der Welt zu schlachten. Bei der Auswahl der Länder kommen die Kriterien “ Benachteiligung “ und “ Dringlichkeit “ an erster Stelle. Selbstverständlich müssen wir auch jeweils die aktuelle Situation im Auge behalten. In diesem Zusammenhang standen letztes Jahr Indonesien und Pakistan im Vordergrund, da nach dem Tsunami bzw. dem Erdbeben die Spenden schnellstens diese Länder erreichen mussten. Andererseits gibt es auch Länder, die von der Weltöffentlichkeit nicht genügend beachtet werden, in denen aber ein Leben unter der Hungersgrenze herrscht, wie in den Staaten Afrikas zum Beispiel. Wir erfüllen auch unsere Verantwortlichkeit gegenbüber diesen Ländern.

Wie jedes Jahr werden wir auch nicht die bedürftigen Familien in unserem Herkunftsland, der Türkei vergessen. Unter den Ländern, in denen Opfertiere geschlachtet werden, befinden sich an erster Stelle der Libanon und Palästina, Länder mit Hungersnöten und Dürren wie Äthiopien und Sierre Leone sowie Kriegsgebiete wie der Irak und Afghanistan. Unsere Hoffnung ist, dass an der Kampagne so viele wie nur möglich teilnehmen.

Wie und nach welchem Maßstab bestimmen sie den Betrag für ein Opfertier?

Unser Ausschuss hat den Betrag für ein Opfertier auf 100 € festgelegt. Dieser Betrag wird unter Berücksichtigung des Gleichgewichts zwischen den Ländern ermittelt. Während man in einigen Ländern ein Opfertier über diesem Betrag kaufen muss, hat man in anderen Ländern die Möglichkeit ein Opfertier unter diesem Betrag zu erwerben.

Unser Ziel ist nicht nur Opfertiere zu schlachten, sondern auch Solidarität zu beweisen. In einem Land Opfertiere zu schlachten, weil sie dort billig sind und Länder, in denen sie teurer sind, zu vernachlässigen, ist keine richtige Methode, Unterdrückten gegenüber Hilfbereitschaft zu zeigen. Ein solches Verhalten ist nicht vereinbar mit unserem Verständnis von Gemeinschaftlichkeit und Brüderlichkeit und unseren Prinzipien der Solidarität mit Benachteiligten und Unterdrückten. In einigen der Länder, in denen wir Opfertiere schlachten, ist der Betrag für ein Opfertier hoch, in anderen niedrig. Wir ermitteln den Betrag für ein Opfertier, indem wir den Durchschnitt betrachten.

Können Sie uns über die ehrenamtlichen Helfer und den Ablauf der Kampagne informeieren?

Die IGMG hat, wenn man Australien und Kanada mitzählt, 32 Regionalabteilungen. Um die Opfertiere an ihren Bestimmungsorten zu schlachten, werden Helfer beauftragt, wobei Anzahl dieser Helfer je nach dem Bedarf vor Ort ermittelt wird. Die beauftragten Helfer werden zuerst geschult, was in den vergangenen Wochen geschehen ist. In dieser Schulung werden Themen wie der Kauf, die Schlachtung und die gerechte Verteilung der Opfertiere behandelt. Dann werden sie in die ausgewälten Länder geschickt, wo sie Opfertiere kaufen, selbst schlachten oder diese beaufsichtigen und Protokoll führen. Kurz gesagt, werden die in einer Regionalbteilung gesammelten Opfertierbeträge von Beauftragten derselben Regionalabteilung an ihren Bestimmungsort gebracht, Opfertiere geschlachtet und verteilt, wodurch ein hervorragender Dienst geleistet wird.

Was ist das Ziel der Opfertierkampagne 2006/2007?

Das Ziel der Kampagne 2006/2007 ist es 100.000 Opfertiere zu schlachten. Ich bin der Meinung, dass wir mit der Unterstützung unserer Geschwister in Europa und Gottes Hilfe dieses Ziel erreichen und sogar übertreffen werden. Die bisherigen Opfertierspenden zeigen dies. Gottseidank, diejenigen, die am meisten von der Kampagne profitieren werden, sind die Unterdrückten dieser Welt. Indem wir unser Ziel verfolgen, werden wir zusammen mit Muslimen in Europa, von Paris bis Berlin, von Hamburg bis Rom, Millionen von Menschen erreichen.

Wie können unsere Leser an der Kampagne teilnehmen?

Die IGMG hat über 1000 Zweigstellen in Europa. Es genügt, eine dieser Zweigstellen, eine Regionalabteilung oder die Zentrale aufzusuchen und den Betrag für ein Opfertier zu spenden. Wer den Betrag über seine Bank überweisen möchte, kann die unten genannte Bankverbindung nutzten.

Name der Bank: SEB Bank – Köln
Kontonummer: 162 888 56 04
BLZ: 370 101 11

Wer noch mehr wissen möchte, kann sich über die unten angegebene Telefonnummer detaillierte Informationen verschaffen. Außerdem besteht die Möglichkeit über die Internetseite unserer Organisation, , an die nötigen Informationen zur Teilnahme zu gelangen. Als IGMG-Zentrale haben wir Plakate und Broschüren bezüglich der Opfertierkampagne angefertigt und an unsere Regionalabteilungen und Zweigstellen weitergeleitet. Die IGMG steht mit ihrer Zentrale, ihren Regionalabteilungen und Zweigstellen in ihrem Dienst.

Telefon: (0049) 2237 656 293
Fax: (0049) 2237 656 222
E-Mail:

Wir bedanken uns auch und wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.

Das Interview führte Ünal Koyuncu

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