Gemeinschaft

Mehrheit der Deutschen glaubt an einen Kampf der Kulturen zwischen Christentum und Islam

18. Mai 2006

Das Institut für Demoskopie Allensbach kam in seiner jüngsten Monatsumfrage für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Deutschen zwischen Christentum und Islam einen „Kamp der Kulturen“ sehen. Während 56 Prozent diese Meinung vertraten, waren 25 Prozent gegenteiliger Auffassung. Im Jahr 2004 betrug das Verhältnis noch 46 zu 34 Prozent.

Das Allensbacher Institut stellte zudem fest, dass angesichts des diffusen Gefühls der Bedrohung und der vermuteten Intoleranz des Islam die Toleranzbereitschaft der Deutschen sinkt.

So befürchteten 58 Prozent der Befragten Spannungen in Deutschland und 56 Prozent der Befragten waren dafür, dass der Bau von Moscheen in Deutschland verboten werden sollte, wenn in manchen islamischen Ländern keine Kirchen gebaut werden dürfen.

Zudem befürwortet ein Großteil der Bevölkerung erhebliche Eingriffe in das Grundrecht der Religionsfreiheit. So stimmten 40 Prozent der Befragten der Aussage zu: „Um zu verhindern, dass es zu viele radikale, gewaltbereite Muslime in Deutschland gibt, sollte man die Ausübung des islamischen Glaubens in Deutschland stark einschränken.“

Für die Studie zwischen dem 28. April und dem 10. Mai wurden rund 2000 Bürger befragt.

Der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Ali Kizilkaya, nannte die Ergebnisse der Umfrage „erschreckend“. Es müsse nun überlegt werden, wie der Dialog zwischen den Muslimen und der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland verstärkt werden könne. Gemeinsam mit den muslimischen Organisationen müsse die Bundesregierung über Wege sprechen, wie man den Vorurteilen entgegenwirken könne.

Kizilkaya forderte, es müsse für gegenseitiges Verständnis geworben werden. Dagegen hätten die jüngsten Debatten etwa über die Staatsbürgerschaft „sämtliche Vorurteile gegenüber Muslimen fast amtlich gemacht“. Dadurch sei sehr viel Vertrauen zerstört worden. (hv)

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