Freitagspredigt

Mirâdsch

08. Januar 2026 Tasbih Grün Schwarz
Tasbih Grün Schwarz

Verehrte Muslime!
In der Nacht vom Donnerstag, den 15. Januar 2026, werden wir inschallah die Mirâdsch-Nacht begehen. Schon jetzt gratuliere ich euch und der gesamten islamischen Welt zu diesem gesegneten Anlass. Die Hektik des Alltags bindet uns an diese Welt. Viele Dinge beschäftigen uns, sodass Herz und Verstand müde werden. Umso wichtiger ist es, uns stets daran zu erinnern, dass wir nicht nur für das Diesseits leben, sondern zugleich Verantwortung gegenüber Allah tragen. Isrâ und Mirâdsch, also Nachtreise und Himmelsreise, erinnern uns daran. Im Koran heißt es: „Gepriesen sei der, der seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung wir gesegnet haben, um ihm einige von unseren Zeichen zu zeigen. Wahrlich, er ist der Hörende, der Schauende.[1]

Isrâ und Mirâdsch ereigneten sich nach der Rückkehr unseres Propheten (s) aus Tâif. Allahs Gesandter wurde dort nicht bloß abgelehnt, sondern beschimpft und mit Steinen beworfen. In einer Zeit großer Not, innerer Erschöpfung und Verletzlichkeit wurden unserem Propheten (s) diese besonderen Ereignisse zuteil. Isrâ und Mirâdsch waren ohne Zweifel göttliche Gaben, die unserem Propheten (s) Trost spendeten.

Doch es ging um weit mehr: Diese Ereignisse tragen tiefe Botschaften in sich. Während dem Isrâ wurden unserem Propheten (s) drei Dinge gegeben: das Gebet, die letzten Verse der Sure Bakara und die glückliche Botschaft, dass denjenigen aus seiner Gemeinschaft, die Allah nichts beigesellen, auch die großen Sünden vergeben werden.[2]

Liebe Geschwister!
In der Mirâdsch-Nacht wurde uns das fünfmalige Gebet als göttliche Barmherzigkeit gegeben, als stärkste Verbindung mit unserem Schöpfer. Deshalb wird es auch als Mirâdsch des Gläubigen bezeichnet.

Die Himmelsreise ist keine Flucht; der Gesandte (s) wurde erhoben und kehrte danach wieder zurück. Denn wahre Frömmigkeit zeigt sich nicht im Rückzug, sondern darin, mitten im Leben gerecht und moralisch zu handeln.

Der Mirâdsch ist eine Möglichkeit, unser Gebet zu stärken, unseren Îmân zu beleben und unsere Hoffnung auf die Güte Allah wachzuhalten. Lasst uns diese gesegnete Nacht mit Gebet, Tawba, Duâs und Spenden erfüllen.

O Allah! Richte unsere Herzen auf dich aus. Mache uns zu Dienern, die den Wert des Gebets und deiner Vergebung erkennen. Mache unsere Gebete zum Mirâdsch und mache Mirâdsch zu einem Anlass der Wiederbelebung und des inneren Erwachens.

[1] Sure Isrâ, 17:1

[2] Muslim, Îmân, 279

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