Pressemitteilung

Missverständliche Wiedergabe von Erbakans Äußerungen in der Zeitung „Die Welt“

03. Oktober 2001

Die Tageszeitung ‚Die Welt‘, veröffentlichte gestern einen Artikel mit der Überschrift, ‚Letztlich zählt nur der Koran‘, in dem Äußerungen des IGMG Vorsitzenden Mehmet Erbakan missverständlich wiedergegeben wurden. An keiner Stelle des Gesprächs mit dem Autor Herrn Delekat sagte Herr Erbakan: ‚Solange die deutschen Gesetze alles erlauben was der Koran vorschreibt …. solange steht dem kulturellen, gesetzlichen, religiösen Nebeneinander der türkischen und deutschen Bürger in der Bundesrepublik nichts, aber nichts im Wege‘. Herr Erbakan sagte: ‚Muslime können loyale Bürger einer nicht islamischen Rechtsordnung sein. Dafür gibt es in der Geschichte viele Beispiele. Die einzige Bedingung für diese Loyalität ist, dass Muslime zu nichts gezwungen werden, was ihnen ihr Glaube verbietet (die 10 Gebote, Schweinefleisch, Alkohol etc.), und das sie die Dinge verrichten können, die ihnen ihr Glaube gebietet (das Fasten, das Beten, die Pilgerreise nach Mekka, die Almosensteuer etc.). Diese Bedingung ist mit Art.4 des Grundgesetzes erfüllt, demnach können Muslime sehr wohl loyale Bürger dieses Landes ohne Gewissenskonflikt sein. Ebenfalls falsch widergegeben ist der Gesprächsteil zu Herrn Erbakans Vorstellungen, wie die Integration der Muslime aussehen soll. Herr Erbakan hat an keiner Stelle des Gesprächs gesagt: ‚Das Leben in Deutschland nach dem Islam, in einer Glaubensgemeinschaft, die zwar die Gesetze respektiert, aber nicht beherzigt.‘ Herr Erbakan sagte vielmehr, dass das Respektieren der Gesetze des Landes, in dem man lebt, eine Selbstverständlichkeit ist, dass aber Integration nicht auf die Formel, gesetzestreue und einigermaßen Deutsch reduziert werden könne. Integration muss, wenn sie nicht Assimilation sein solle, aktiv auf beiden Seiten betrieben werden.