Pressemitteilung

Mitteilung der Vorsitzenden der IGMG Frauenabteilung anlässlich des Weltfrauentages am 8. März

08. März 2006

„Frauenrechte sind ein Bestandteil der allgemeinen Menschenrechte und als solche universell. Im Lauf des 20. Jahrhunderts hat sich die Situation von Frauen in vielen Ländern durch Verfassungsänderungen auf nationaler Ebene sowie durch internationale Deklarationen und Dokumente weitgehend verbessert. In vielen Ländern wurden formal – rechtliche Beschränkungen abgebaut.

Dennoch sind die alarmierenden Zahlen über Ausmaß und die Art von Gewalt nicht wesentlich zurückgegangen. Überall auf der Welt werden Frauen heute noch diskriminiert. Der Schutz der Frauenrechte ist keineswegs gesichert, und zwar global und unabhängig vom kulturellen Kontext. Täglich sterben viele Frauen an Folgen von geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Gewalt . Frauen werden Opfer von Menschenhandel und Folterungen. Frauen werden zu Kriegsopfern und leiden stärker an den Folgen . Frauenrechtsverletzungen sind unter anderem das Produkt von Gewalt. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit wird Frauen weltweit und tagtäglich verwehrt. In der Familie, in der Gesellschaft und seitens des Staates sind sie Gewalt in großem Umfang ausgesetzt.

Mehr als nur die Gleichheit zwischen Mann und Frau zu erreichen , verlangt heute die Durchsetzung der Frauenrechte auch den starken Einsatz im Bereich der personalen und strukturellen Gewalt.

Leider beobachten wir in den letzten Jahren die Zunahme des Anspruches auf die Verfügungsgewalt des weiblichen Körpers so wie über die Selbstbestimmung der Frau , mit dem Verweis auf die Kultur, Tradition und staatliche Ideologien. Frauen wird die Wahrnehmung ihrer politischen und wirtschaftlichen Rechte verwehrt.“

Auserdem orientiere sich das Konzept der Frauenrechte und ihre Definition sehr stark an der westlichen bürgerlichen Gesellschaft betonte Frau Dizman.

„Besonders zeigt sich dies in der derzeitigen Diskussion um muslimische Frauen mit Kopftuch, die mit staatlichem Segen aus dem öffentlichen Dienst, den Schulen und Kindergärten ausgegrenzt werden. Somit wird der Frau die Sphäre der „Privatheit“ zugewiesen und aus der Sphäre der Öffentlichkeit wird sie ausgeschlossen. Die Kategorisierung innerhalb der Frauen mit politischer Unterstützung wird zu einer sozialen Differenzierung führen. Die Rechte der Frau, wie besseren Zugang zur Bildung, Berufsfreiheit und folglich ihre politische und gesellschaftliche Partizipation wird eingeschränkt. Ein starker Eingriff in das leben der Frau findet hier statt was uns erschüttern sollte.

Neben dem Geschlechtsapartheid müsse vor allem auch die Ungleichbehandlung gegenüber muslimischen Frauen ein Ende nehmen sagte Frau Dizman, denn diese Ungerechtigkeiten würden die Gesellschaft und die positive Kraft der Frauen insgesamt spalten.“

Frau Dizman formulierte weiter, dass die volle und gleichberechtigte Teilhabe von allen Frauen in allen Ebenen der Gesellschaft, in der Wirtschaft und in Entscheidungsprozessen allein das Richtige und Vernünftige sei, was Gesellschaften für ihre Entwicklung tun könnten.

„Die Aktionsplattform von Peking ist auch zehn Jahre nach der Weltfrauenkonferenz eine der wichtigsten Vereinbarungen zur Durchsetzung von Frauenrechten und zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit .

Deshalb unterstützt der IGMG Frauenverband die Beschlüsse von Peking und die in Folge getroffenen Handlungsvereinbarungen ausdrücklich und wird sich weiterhin für deren Umsetzung einsetzen. Aber unser Ziel ist es auch , dass die gleichen Rechte und gleichen Chancen für beide Geschlechter in jedem Land der Erde zur Selbstverständlichkeit werden.“