Pressemitteilung

Mord an Walter Lübcke ist ein Attentat auf uns alle

19. Juni 2019
Pressemitteilung

„Die Ermittlungen am Mordfall Lübcke werden zeigen, ob der Staat immer noch blind auf dem rechten Auge ist“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich des Mordfalls an Walter Lübcke. Bekir Altaş weiter:

„Der Mord an Walter Lübcke ist ein Attentat auf uns alle. Er trifft uns genauso, weil der Täter offenbar rechtsextremistische Motive hatte. Er trifft uns, weil Walter Lübcke sich für ein offenes und tolerantes Deutschland eingesetzt hat. Er trifft uns, weil Walter Lübcke sich für Schutzsuchende eingesetzt hat. Und er trifft uns auch, weil der Mord an Walter Lübcke Parallelen zu den NSU-Morden aufweist.

Die Ermittlungsbehörden stehen in der Pflicht, diesen Mordfall lückenlos aufzuklären und die Täter samt Mitwissern, Helfern und sonstiger Hintermänner der Justiz zu übergeben. Ein Ermittlungsversagen wie nach den NSU-Morden darf sich nicht wiederholen, denn das Vertrauen in den Staat ist bereits erschüttert, das Rechtsempfinden und das Sicherheitsgefühl stark angeschlagen.

Auch deshalb müssen alle NSU-Akten, die unter Verschluss gehalten werden – teilweise bis zu 120 Jahre – zugänglich gemacht werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der NSU-Spuk auch im Mordfall Lübcke eine Rolle spielt. Und es ist auch nach wie vor nicht ausgeschlossen, dass Ermittlungsbehörden auf dem rechten Auge blind sind. So drängen sich Fragen auf, die zutiefst beunruhigen und beängstigen.“