Freitagspredigt

Moscheen und die kommenden Generationen

26. April 2013

Verehrte Muslime,

Vorgeschrieben hat er [Allah] sich selbst die Barmherzigkeit.“ (Sure An’âm, 6:12) Wir Menschen hingegen sind bedürftig nach seiner Barmherzigkeit. Wir und alle anderen Menschen auf dieser großen weiten Welt brauchen seine Barmherzigkeit. Wer sich Allah verbunden fühlt, möchte, dass jeder dieses starke Band zu ihm aufbaut. Er redet nicht schlecht über Menschen, die sich von Allah entfernt haben oder viele Fehler begehen. Stattdessen nähert er sich ihnen mit Liebe, Sorge und Aufrichtigkeit und legt ihnen das Gute nahe.

Liebe Geschwister,

wie wir alle wissen, sind unsere Moscheen und unsere Gemeinschaft eine Bereicherung für unser Leben. Unsere Geschwister, die ihre Jugendjahre fern von Moscheen und der Moscheegemeinschaft verbracht haben, bereuen das früher oder später. Auf der anderen Seite empfinden Menschen, die ihre Jugend in der Moscheegemeinschaft verbracht haben und nützliche Arbeiten geleistet haben, im Rückblick auf diese Zeit großes Glück. Daher wünschen wir uns, dass auch andere profitieren von diesen Orten der Gemeinschaft, wo das Band der Geschwisterlichkeit gestärkt wird, die Muslime an ihre Verantwortungen erinnert werden, wo Freude und Leid geteilt wird und man Allah Schritt für Schritt näher kommt..

Aus diesem Grund müssen wir aktiv werden. Damit unsere Jugendlichen regelmäßig die Moschee besuchen und von den Bildungs- und Freizeitangeboten hier stärker Gebrauch machen, müssen wir unsere Angebote attraktiver gestalten. Denn das Interesse vieler Kinder, die in jungen Jahren dank ihrer Familie und der Gemeinschaft die Moschee besuchen, lässt mit zunehmendem Alter nach. Um dem vorzubeugen, müssen wir die Angebote in der Moschee erweitern, sie attraktiver gestalten und gegebenenfalls unsere Methoden ändern. Wir müssen bedenken, dass wir uns bei der Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen nicht nur auf eine Methode festlegen können. Jedes Kind und jeden Jugendlichen müssen mit unterschiedlichen Angeboten ansprechen können. Die Beziehung zwischen den Imamen, den Erziehern und den Jugendlichen ist hier von großer Bedeutung. Sie trägt maßgeblich dazu bei, dass unsere Kinder und Jugendlichen gerne in die Moschee kommen und sich hier engagagieren. Wo es keine Sympathie und kein Interesse gibt, dort kann auch die Kommunikation nicgt gelingen.

Verehrte Muslime,

unsere Moscheen brauchen Kinder und Jugendliche, die mit Liebe zu ihnen aufwachsen. Kinder und Jugendliche wiederum brauchen Moscheen, in denen sie von den Imamen, Erziehern und der Gemeinschaft herzlich aufgenommen werden und eine warme Atmosphäre vorfinden. Deswegen müssen wir unseren Kindern die Moscheen schmackhaft machen und sie vor negativen Erfahrungen schützen.

Der Islam lehrt uns Barmherzigkeit. Wir bitten Allah um Barmherzigkeit – trotz unserer großen und kleinen Fehler. So lasst unsere Moscheen zu Orten der Barmherzigkeit werden, wo Menschen Toleranz und Barmherzigkeit erfahren. Denn unser Prophet sagte: „Allah ist nicht barmherzig gegenüber denen, die anderen gegenüber nicht barmherzig sind.“ (Buhârî, Tevhid, 2) Möge Allah uns mit Nachkommen segnen, die den Wert unserer Moscheen erkennen und die Gemeinschaft zu schätzen wissen. Âmîn.

IGMG Irschadabteilung