Pressemitteilung

Negative Suggestionen gegenüber Musliminnen müssen aufhören

07. Juli 2016 Hatice Şahin, Frauenorganisation
Hatice Şahin, Frauenorganisation

„Übergriffe auf Muslime nehmen seit Jahren zu. Die Politik ist aufgefordert, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, damit Muslime diskriminierungsfrei leben können“, erklärt Hatice Şahin, Vorsitzende der Frauenorganisation der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich eines Übergriffs auf eine Muslimin auf offener Straße in Kiel. Der Täter hat die Frau mit Kopftuch brutal niedergeschlagen und sie mit antimuslimischen Parolen beschimpft. Şahin weiter:

„Immer häufiger werden Muslime und ihre Einrichtungen Ziel fremden- und islamfeindlich motivierter Gewalt. Vor allem Personen, die auf Anhieb als Muslime zu erkennen sind, sind immer häufiger Anfeindungen, Beschimpfungen und gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt. Insbesondere verbale und körperliche Gewalt gegenüber Frauen mit Kopftuch haben ein unerträgliches Ausmaß erreicht.

Mitursächlich an dieser Entwicklung sind die unsäglichen Debatten über die Rolle der muslimischen Frau. Sie wird zu Unrecht als rückständig und untergeordnet dargestellt. Aber auch staatliche Einschränkungen haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass diese feindliche Stimmung entstehen konnte.

Das Kopftuchverbot beispielsweise führt bei vielen Menschen zu der irrigen Annahme, als hätten Musliminnen keinen Platz in dieser Gesellschaft und müssten aus der Öffentlichkeit verschwinden. Das ist ein fatales Signal mit katastrophalen Folgen, wie das Kieler Beispiel vor Augen führt. Deshalb ist die Politik dringend aufgefordert, negative Suggestionen jedweder Art einzustellen und wirksame Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Muslimische Frauen müssen in Deutschland diskriminierungsfrei und selbstbestimmt leben können.“