Pressemitteilung

Österreich: Skandal um islamfeindliche Kindergarten-Studie lückenlos aufklären

05. Juli 2017 Bekir Altaş, Genel Sekreter
Bekir Altaş, Genel Sekreter

„Manipulationsvorwürfe gegen den österreichischen Außenminister Kurz und gegen die Universität Wien müssen lückenlos aufgeklärt werden. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, sind personelle Konsequenzen unausweichlich“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich Medienberichten, wonach Beamte des Österreichischen Außenministeriums die umstrittene Islamkindergartenstudie von Prof. Ednan Aslan an entscheidenden Stellen zum Nachteil von Muslimen umformuliert haben sollen. Bekir Altaş weiter:

„Die Manipulationsvorwürfe gegen das österreichische Außenministerium und Prof. Ednan Aslan an der Universität Wien wiegen schwer. Sollten sich die Manipulationsvorwürfe erhärten, sind personelle Konsequenzen sowohl an der Universität als auch im Außenministerium unumgänglich.

Behörden und allen voran die österreichische Justiz sind nun aufgefordert, den Sachverhalt unverzüglich und lückenlos aufzuklären. Die Beschuldigten stehen im Verdacht, ein mit öffentlichen Geldern finanzierte Studie nachträglich so manipuliert zu haben, dass wesentliche Inhalte ins Gegenteil verkehrt wurden.

Die sogenannte ‚Islamkindergartenstudie‘ von Prof. Aslan lieferte Außenminister Kurz über einen Zeitraum von zwei Jahren die Grundlage dafür, gegen Muslime und ihre Einrichtungen Stimmung zu machen. Dabei war offensichtlich, dass die Studie wissenschaftlich mangelhaft und offensichtlich politisch motiviert war. Ungeachtet dessen machten in der Öffentlichkeit unzulässige und pauschale Formulierungen wie ‚Wildwuchs muslimischer Trägervereine‘ oder ‚islamistischen Tendenzen in Kindergärten‘ die Runde.

Es wäre ein Skandal ohne Gleichen, wenn sich nun herausstellt, dass die Studie im Außenministerium massiv verfälscht wurde. Ein Eingriff dieser Dimension in die Wissenschaft ist geeignet, nicht nur den Glauben an die Unabhängigkeit der Forschung zu schmälern, sondern auch den Glauben an eine verantwortungsvolle und ehrliche Politik – ganz zu schweigen davon, wie sich Muslime fühlen müssen. Dass die Schließung von sogenannten ‚Islamkindergärten‘ zufällig Kurz‘ Wahlkampfhit ist, gibt dem Ganzen eine besonders hässliche Note.

Prof. Ednan Aslan stand bereits vor diesen Vorwürfen im Verdacht, nicht objektiv und unvoreingenommen zu sein, wenn es um den Islam ging. Insofern überraschte es nicht, dass seine Studie ein verzerrtes Bild über die Muslime abgab. Dass er sich auf dem Rücken der Muslime derart ungeniert ausgetobt haben soll, hätte man aber doch nicht für möglich gehalten.“