Gemeinschaft

Opfere deinem Herren

07. Januar 2005

Das Opfern ist für Muslime eine wichtige religiöse Angelegenheit und wird nur für den Segen Allahs verrichtet. Über die Bedeutung des Opferns wird auch im Koran berichtet. Dort heißt es: „… So bete zu deinem Herrn und opfere…“ ( Al-Kauthar 108, 2). Während bei den Hanefiten das Opfern eine Verpflichtung darstellt (Wadschib), ist das Opfern bei den restlichen drei Rechtsschulen „nur“ eine wichtige Sunnah des Propheten.

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs sieht es als ihre Aufgabe an, diese wichtige Pflicht unter den Notleidenden und Hilfsbedürftigen in aller Welt zu verrichten. Somit werden durch die jährliche Opfertierkampagne jedes Jahr tausende von Tieren für die Notleidenden und Hilfsbedürftigen geschlachtet. Mit dem Opferfleisch werden nicht nur Muslime, sondern auch ihre nicht-muslimischen Nachbarn versorgt.

Für die IGMG Opfertierkampagne im letzten Jahr wurden 28.653 Tiere gespendet und 31.635 Tiere geschlachtet.

Die Opfertierkampagne ist ein Zeichen der menschlichen und sozialen Solidarität zwischen den wohlhabenden Muslimen in Europa, die von Allahs Gaben zu Genüge besitzen, und den Armen, die in Kriegs-, Armuts- oder in den Katastrophengebieten der Erde leben. Bis auf einige Ausnahmen befindet sich die islamische Welt in einer wirtschaftlich sehr schlechten Lage. Von Ost-Europa bis hin zum Kaukasus, von Zentralasien bis nach Ost-Asien, sowie auf den Philippinen, in Sri Lanka, in Burma-Arakan, in Bangladesch, in Indien und in Pakistan begegnen wir immer wieder der Armut. Im Kaukasus und in Tschetschenien dauern die Kriege und die Besatzung immer noch an. Viele Menschen in Tschetschenien, darunter auch Kinder, leben bei dieser Kälte in Zelten und führen ein Überlebenskampf, nur mit dem, was sie von anderen erhalten.

Auch im Nahen Osten wird die schmerzhafte Seite des Krieges und der Besatzung deutlich sichtbar. Verzweifelt beobachten wir die Behandlung der muslimischen Bevölkerung im Irak und in Palästina durch die Besatzungsmächte. Viele Iraker, die im Krieg all ihr Habe verloren haben, müssen sich stundenlang anstellen, damit sie ein Stück Brot bekommen. Wir werden Zeuge davon, dass Kranke und Verletzte aus Mangel an Medikamenten sterben.

Wegen der Besatzung sind viele Menschen in Afghanistan, wie damals vor 25 Jahren zur Zeit der Sowjet-Besatzung, zu Flüchtlingen geworden und können nicht zurück in ihre Heimat.

In Burma-Arakan werden Muslime gezwungen ihre Heimat zu verlassen und im Exil zu leben, da ihnen ihre Staatsbürgerschaft aberkennt wurde. Selbst wenn sie in ihr Landzurückkehren würden, sind sie der Unterdrückung und der Folter der dortigen Militär-Junta unterworfen.

Richten wir unsere Blicke nach Afrika, so sehen wir, dass die Menschen hier noch viel schlimmer von der Armut betroffen sind. Die Menschen in Äthiopien, Eritrea, Somalien, dem Sudan, Tschad, Niger, Mali, Mauretanien und in Senegal teilen alle dasselbe Schicksal. Neben der Armut bedrohen auch verschiedene Krankheiten die Existenz der Menschen in diesen armen Ländern. 30 Prozent der Bevölkerung in Malavi sind HIV infiziert.

Das Fleisch unserer geopferten Tiere mit diesen Menschen zu teilen und die Freude des Opferfestes mit ihnen zusammen feiern – welch Freude für uns. Wir laden sie herzlich ein, an dieser Freude teilzuhaben und zu ihr das Gebet der Bedürftigen und Benachteiligten hinzuzufügen. Unterstützen auch Sie in diesem Jahr die IGMG-Opfertierkampagne. Möge Allah Ihre Spende annehmen.

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