Gemeinschaft

Opfertierkampagne auf den Komoren

25. Dezember 2007

Nach einer zweitägigen Reise von Düsseldorf über Dubai, Entebbe und Nairobi mit den Zwischenlandungen in Adis Abeba und Zazoui haben wir endlich Moroni erreicht. Mein französischer Freund Ahmet Özkan und ich hatten uns über den Zwischenstopp in Uganda gefreut, da wir hofften, dabei erste Eindrücke gewinnen und uns vor der Weiterreise ausruhen zu können. Unsere erstere Hoffnung wurde erfüllt, da unsere Freunde, mit denen wir nach Uganda gereist waren, dank der Vorbereitungen unseres Partners mit der Arbeit beginnen konnten. Aus unserem zweiten Wunsch wurde jedoch nichts, da wir erfuhren, dass unser ugandischer Freund die Weiterreise für zwei Uhr nachts gebucht hatte, so dass wir uns in zwei Stunden wieder aufmachen mussten.

Um 14 Uhr waren wir endlich in Moroni angekommen. Zuerst begrüßte uns Moroni mit seinem tropischen Klima, dann empfing uns Maroine mit seiner freundschaftlichen Art. Eigentlich wollten wir uns ausruhen und danach die Stadt erkunden, doch langsam kamen wir mit Maroine ins Gespräch und ehe wir uns versahen, waren wir schon mitten in der Planung der Opftertierkampagne. Das war auch gut so, denn zum einen waren von den 10 Tagen, die wir zur Verfügung hatten, vier für die Hin- und Rückreise gedacht und andererseits sollte die Kampagne hier zum ersten Mal durchgeführt werden, so dass wir nicht wussten, was uns bevorstand.

Moroni, die Hauptstadt des aus drei kleinen Inseln bestehenden Staates, ist die größte und wichtigste Stadt des Landes. Die Komoren gehören zu den ärmsten Ländern der Welt, was man auch an der Hauptstadt festmachen kann. Ahmet fragt, wie es denn auf den anderen Inseln aussehen müsse. Und seine Frage ist berechtigt. Mit seinen sehr schlechten Straßen, zerfallenen Häusern, ungepflegten Moscheen und seiner unzureichenden und dauernd unterbrochenen Strom- und Wasserversorgung, um nur einige Probleme zu nennen, verdienen die Komoren diese Bezeichnung.

Für den darauffolgenden Tag hat Maroine ein Treffen mit einer Mitarbeiterin des vor kurzem eingerichteten Ministeriums für Islamische Angelegenheiten arrangiert. Für ein Land mit einer Jahrhunderte zurückreichenden islamischen Geschichte und einer nahezu zu 100% aus Muslimen bestehenden Bevölkerung ist das etwas seltsam. Die Mitarbeiterin des Ministeriums, Hadidsha Sharif, erklärt, dass es eine Vielzahl von Parteien gibt, die sich in laizistische und islamische unterteilen lassen und unter diesen ständig eine Rivalität besteht. Erst die Wahl des islamisch orientierten Muhammad Sambi im Jahre 2006 habe diese Feidschaften relativiert und dem Land erstmals eine Phase der Ruhe gegeben. Unter seiner Präsidentschaft ist auch die Einrichtung eines Ministeriums für Islamische Angelegenheiten ermöglicht. Die Arbeiten des jetzigen Ministeriums seien vorher von einem Verband wahrgenommen worden, der immernoch besteht und weshalb es viele Doppelbesetzungen gibt.

Zusammen beschließen wir, die Opfertierkampagne an vier Orten auf Grand Comore und einem Punkt in Moheli durchzuführen. Eine Reise nach Anjouan sei jedoch zu gefährlich, da aufgrund der Unabhängigkeitsbestrebungen unter Muhammed Bakkar, die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Die Bestrebungen des ohnehin föderalen Staates erklären auch, dass es tausende Flüchtlinge in und um Moroni gibt, die dass Land verlassen mussten. Wir beschliessen diesen Flüchtlingen einige Opfertiere zuzuteilen.

Am Nachmittag treffen wir uns mit einem der drei Viehzüchter in Moroni. Da die anderen keine Viehe mehr haben, sind wir gezwungen mit ihm zu verhandeln. Mchinda, der Besitzer der Farm, erklärt uns, dass es auf den Komoren fast keine Viehe gäbe und man sie aus Tansania einschiffen muss. Ich denke mir, dass sie sowieso niemand kaufen kann, da in diesem Land ein Rind soviel kostet wie in Deutschland. Nachdem wir Ibrahim von unserem Vorhaben erzählen, macht er uns einen guten Preis, wobei er etwas verwundert zu sein scheint. Er sagt, dass er so etwas noch nie erlebt habe.

Wir einigen uns darauf, sechzehn Rinder von ihm zu kaufen. Zusammen mit den fünf Rindern, die wir in Moheli zu schächten beabsichtigen, können wir unser Ziel jedoch nicht erreichen, da die Preise viel zu hoch sind. Am selben Tag besuchen wir eine noch im Bau befindliche Moschee und eine Madrese. Die kleinen und großen Kinder begrüßen uns mit einem Sprechchor. Dass Zimmer jedoch, dass sie ihr Klassenzimmer nennen und auch das Klassenzimmer, in dem wir uns mit dem oben erwähnten Verband treffen, würde man bei uns, darin sind sich Ahmet und ich einig, nicht einmal als Keller benutzen.

Nach einem Besuch bei Maroines Familie, die uns zum Essen eingeladen hat, kehren wir in unser Hotelzimmer zurück und bereiten uns auf unser Treffen mit dem stellvertretenden Minister des Ministeriums für Islamische Angelegenheiten vor. Auch werden wir uns an diesem Tag mit unseren Kontaktpersonen treffen, die in den bestimmten Gebieten die Opfertierkampagne vorbereiten werden. Vielleicht, sagt man uns, könne man auch ein Treffen mit dem Präsidenten ermöglichen.

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