Gemeinschaft

Opfertierkampagne in Indien III- Arm und Reich

10. Dezember 2008

Am deutlichsten wird dies, wenn man mit einem klimatisierten weißen Jeep an einer alten Frau vorbeifährt, die am Rande der Straße ein Tuch auf den Boden ausgebreitet hat und ihr Abendessen zu sich nimmt, das aus irgendetwas Unbestimmbarem in einer Blechschüssel besteht. In diesen Augenblicken wird man sich bewusst, in welch einem günstigen Umfeld man lebt; man kann nicht viel mehr machen, als zu beten; nicht nur für die Frau, sondern vor allem für sich selbst, der man in der Verantwortung ist, all diesen Gaben gerecht zu werden.

Wie bereits berichtet, gibt es auch viele wohlhabende und gebildete Muslime. Diejenigen unter ihnen, die ihre Religion ernst nehmen, bemühen sich, insbesondere den durchschnittlich schwächeren Muslimen in Indien unter die Arme zu greifen. Die Familie Baghban, die uns beherbergt und bestens versorgt hat, ihren Wagen zur Verfügung gestellt und stets begleitet hat, ist eine Unternehmerfamilie.

Nun müssen wir die Medresse aufsuchen, um endlich über die endgültigen Vorbereitungen zu sprechen. Dabei stellt sich heraus, dass die Verantwortlichen schon 30 Opfertiere vorbereitet, sprich günstig gekauft, transportiert, untergebracht und versorgt haben. Es stellt sich des Weiteren heraus, dass wir noch so viel zur Verfügung haben, um noch einmal 30 Opfertiere zu kaufen. Dies wird auch schleunigst getan, denn es ist klar, dass die Preise mit dem nahenden Opferfest immer teurer werden. Nach einigen Stunden Fahrt, die wir auf der Suche nach geeigneten Tieren zu akzeptablen Preisen auf uns nehmen müssen, finden wir einen Viehhändler, mit dem wir – nach fast einer Stunde Handel – einen vernünftigen Preis aushandeln können.

Am nächsten Tag möchten wir versuchen, mit dem Geld, das uns außerhalb der Opfertierspenden zur Verfügung steht, Nahrungsmittelpakete zusammenzustellen. Wenn Zeit übrig bleibt, man glaubt nicht, wie schnell die Zeit vergeht! – können wir die Stadt, die wir bis jetzt nur aus dem Fenster des Autos gesehen haben, besichtigen. (am)

[supsystic-social-sharing id="1"]