Gemeinschaft

Opfertierkampagne in Indonesien II: „Tagebucheinträge“

11. Dezember 2008

1. Tag: 5. Dezember 2008

Als wir dem pakistanischen Taxifahrer, der uns vom Flughafen abgeholt hatte, erzählten, dass wir Helfer der Opfertierkampagne in Indonesien sind, war er sehr überrascht und fragte uns, wie viel Geld wir für diesen Einsatz bekämen würden. Wir sagten ihm, dass uns nur Gottes Wille zu dieser Arbeit berufen hatte und wir dies ehrenamtlich tun würden. Die gefühlvolle Reaktion des Taxifahrers stimmte uns mehr denn je freudig ein, in Aussicht auf die uns erwartende Arbeit.

Nach einer mühsamen Reise kamen wir Helfer aus Deutschland, Zafer Erten, Adem Soyyigit, Vahit Bilmez, mit Sefa Varsan aus Österreich und Ufuk Secgin aus Großbritannien in Dubai zusammen. Das freudige Wiedersehen mit anderen Helfern machte all die mühsame Reise wert.

Nach einer viereinhalb stündigen Wartezeit machten wir uns sodann auf den Weg nach Jakarta. Dank einer muslimischen Fluggesellschaft wurde an Einzelheiten gedacht, die wichtig für ein Muslim sind. Beispielsweise konnten wir durch die eingebauten Monitore in den Gebetsräumen im Flugzeug stets vor uns sehen, in welcher Richtung die Kaaba liegt, um uns beim Gebet danach zu richten. Bei der Ankunft erwartete uns die typisch tropische feucht-warme Luft, die uns zum Kleidungswechsel zwang.

Die herzliche Begrüßung der Helfer unserer Partnerorganisation PKPU erleichterte uns sodann das Atmen der feuchten Luft. Wir werden im Laufenden über die Tätigkeiten der erfolgreichen Organisation PKPU berichten.

Unsere erste Tätigkeit bestand darin, dass wir direkt nach der Ankunft im Flughafen über die Entsendung der Helfer in die verschiedenen Gebiete berieten. Das IGMG-Team für Indonesien wurde in zwei geteilt. Ufuk und Adem machten sich direkt im Anschluss der Sitzung mit dem Flugzeug auf die Papua-Inseln auf. Wir, die restlichen drei Helfer, nahmen uns die Stadt Jakarta und das Erdbebengebiet Aceh vor. Bis wir das alles geregelt hatten, wurde es schon wieder Tag. Keiner wusste mehr so recht, seit wievielen Stunden wir auf den Beinen waren, als wir uns in die Betten legten.

2. Tag: 6. Dezember 2008

Für unseren einzigen freien Tag vor dem Fest hatten die Brüder aus der PKPU ein sehr ausgefülltes Ausflugsprogramm für uns vorbereitet. Unser erstes Ziel war das Freiheitsdenkmal und das Museum für die Unabhängigkeitsgeschichte, die den Unabhängigkeitskrieg von 1945 symbolisierte, der gegen die Niederländer geführt wurde. Dieses Museum steht jedoch auch für die Zeitgeschichte Indonesiens, das von Hunderten von Schülern täglich besucht wird. Wie konnten wir dem Besuch der größten Moschee vom Fernen Osten, der Unabhängigkeitsmoschee von Jakarta wiederstehen? Die Moschee, die an jeder Ecke ein Symbol aufbewahrt, ist der Stolz jedes Indonesiers. Beispielsweise symbolisieren die fünf Stöcke zwischen drei Mauern die fünf Säulen des Islams, oder die Höhe der Minarette von 114 Metern die 114 Suren des Korans, und vieles mehr…

Der Besuch der riesigen Moschee bescherte uns zudem eine Einladung für das Festgebet am nächsten Tag. Der Leiter der Moschee, Murteza, überreichte diese Einladung, in der  stand, dass wir einen Protokollplatz für das Festgebet bekommen würden, zu dem wir den Eingang „Es-Selam“ benutzen dürften. Was dies konkret bedeuten würde, würden wir am nächsten Tag auf dem Weg zur Moschee erfahren… (ab)

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