Freitagspredigt

Sich von Sünden fernhalten

13. November 2015 Rahla Koran
Rahla Koran

Verehrte Muslime!
Allah hat den Menschen erschaffen, um ihn zu prüfen. Diese Prüfung kann der Mensch am besten bestehen, wenn er den Befehlen Allahs folgt und nichts tut, was haram ist. Allahs Gebote zu missachten ist eine Sünde, es ist eine Art Aufstand gegen Allah.

Liebe Geschwister!
Die Sünde beschädigt die reine Fitra des Menschen und befleckt sein Herz. Unser Prophet veranschaulicht das wie folgt: „Wenn der Diener Allahs eine Sünde begeht, so entsteht auf seinem Herzen ein schwarzer Punkt. Wenn er diese Sünde bereut, und sie vermeidet, nimmt sein Herz wieder einen vollkommen reinen Zustand an. Wenn er nicht bereut, und mit der Sünde fortfährt, nimmt der schwarze Punkt zu und umschließt das gesamte Herz.“[1]

Verehrte Muslime!
Hat das Herz einmal Schaden erlitten, findet es nur schwer auf den rechten Weg zurück. Denn ab diesem Moment entfernt sich der Mensch immer mehr von Allah. Entfernt sich der Mensch hingegen von den Sünden, nähert er sich Allah.

Ein Wort, das in diesem Zusammenhang verwendet wird, ist „Tazkiya“. Tazkiya bedeutet „Reinigung“. Um ein guter Muslim zu sein, müssen wir uns zuerst von den Sünden fernhalten, die unser Herz verunreinigen. Um ihnen danach nicht erneut nahe zu kommen, müssen wir auch unsere übrigen Aufgaben als Diener Allahs erfüllen.

Liebe Geschwister!
Sich von den großen Sünden fern zu halten, ist die erste Stufe von Takwâ. Solange man sich nicht von den Sünden des Herzens gereinigt hat, kann keine wahre Reinheit erreicht werden. Im Koran heißt es: „Und meidet die offene, ebenso wie die heimliche Sünde! Siehe, diejenigen, welche Sünde begehen, werden sicherlich bestraft werden, wie sie es verdienen.“[2]

Verehrte Gläubige!
Eine der größten Gefahren ist die heimliche Sünde. Da sie nur mit dem Herzen begangen wird, ist sie sowohl für den betreffenden Menschen als auch für andere unerkennbar. Es kann vorkommen, dass ein Gläubiger nicht einmal das Bedürfnis verspürt, sich von dieser Sünde zu reinigen, und einfach damit fortfährt. Es ist notwendig, dass zuerst festgestellt wird, welche heimlichen Sünden der Gläubige begeht. Er muss sie einsehen, sie bereuen und aufrichtig nach Allahs Zufriedenheit streben.

Liebe Geschwister!
Tazkiya bedeutet Reinigung, jedoch im Sinne der Reinigung des Herzens von geistiger Verschmutzung wie z. B. Schirk, Kufr, Isyân und Gafla. Dies geschieht durch Îmân, Nûr, Tawba und Istagfâr. Heutzutage wird die geistige Reinigung des Herzens stark vernachlässigt. Dabei sind die verborgenen Sünden schwerwiegender als die sichtbaren. Denn die heimlichen Sünden, die sich im Herzen ausgebreitet haben, umgeben den Menschen ständig.

Allah möge uns sowohl vor den offenen als auch vor den heimlichen Sünden beschützen und uns nicht vom Weg der Hidâya abkommen lassen!

[1] Ibn Mâdscha, Zuhd, Hadith Nr. 4385
[2] Sure An’âm, 6:120

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