Gemeinschaft

Spenden der IGMG erreichen palästinensische Flüchtlinge

25. August 2009

Vom 17. bis zum 21. August wurde im Namen der IGMG und der IHH Ramadan-Pakete an die Bewohner von Flüchtlingslagern verteilt.

Der Libanon ist ein schönes Land

Die Bananen-, Orangen-, Zitronen-, Äpfel-, Pfirsich-, Oliven- und Gemüseplantagen sind es wert gesehen zu werden. Nur durch den über Jahre hinweg herrschenden Bürgerkrieg und das dadurch entstandene Chaos bleibt es dem Land verwehrt, seine Wirtschaft  anzukurbeln. Daher ist der Libanon in einer wirtschaftlichen Krise gefangen. De facto ist das Land nach Regionen geteilt, die von Sunniten, Siiten, Drusen oder Christen dominiert werden.

Bei den Wahlen, die vor zwei Monaten stattgefunden haben, wurde beispielweise der Sohn von Rafik Elhariri, der einem grauenvollen Anschlag zum Opfer gefallen ist, mit den meisten Stimmen im Parlament gewählt und sollte die Regierung neu gründen. Nur will ihm diese Neugründung nicht gelingen.

Der Libanon wird nach den Franzosen am meisten von deutschen Touristen bereist. Das Land wurde über längere Zeit unter der Kolonialherrschaft der Franzosen unterdrückt. Laut Verfassung sollen der Bundespräsident christlich, der Präsident sunnitisch und der Vorsitzende des Parlaments siitisch sein.

In Palästina gibt es ca. 5000 Flüchtlinge und an  fünf Punkten gibt es Flüchtlingslager. Diese sind die Lager in Schatila, Beddawi, Rashidieh, Ein el-Hilweh und Al Dschalil. Diese Lager werden von den Vereinten Nationen konrolliert. Den Flüchtlingen werden Rechte wie der Freizügigkeit, das Aneingnen von Besitz oder das Arbeitsrecht verwehrt.

In diesen Zeltlagern kann außerdem keine Rede von Gesundheit oder Hygiene. Diese Aspekte werden eher als Problemfälle angesehen. Auf einer sehr kleinen Fläche müssen Tausende Flüchtlinge leben. Es gibt keine Infastruktur. Die Elektrizitätskabel sind dermaßen verkabelt und so niedrig gelegt,  dass sie fast die Köpfe der Menschen berühren und somit eine weitere Lebensgefahr darstellen. Dadurch, dass es keine Kanalisation gibt, ist es kaum möglich den Gestank zu etragen.

Auf dem Weg zum Flüchtlingslager Al Dschalil wurde der Ort Kefer Neblec passiert. Von dort aus führte der Weg vom Tal Bekaa in die Stadt Baalbek. Alle 5 km lang wurden sehr strenge Durchsuchungen von den Soldaten gemacht. Endlich wurde nach langen Strapazen das Lager erreicht. Dort wurde man schon erwartet. Junge, ältere, kranke und gebrechliche Menschen, die bei 40° darauf warteten, etwas Essbares für den Ramadan zu bekommen.

Nach dem Verteilen der Spendenpakete wurde auf dem Rückweg die Burg von Baalbek, die 800 vor Christus erbaut und später von den Römern als Burg und Palast genutzt wurde, besichtigt. Die Burg ist ein überwältigendes Gebilde. Bemerkenswert an der Burg jedoch sind die Wappen des osmanischen und des deutschen Reiches, die nebeneinander platziert sind und den Frieden, der zwischen den beiden Reichen geschlossen wurde, symbolisieren. Dieser Friedensvertrag wurde zwischen dem osmanischen Sultan und dem deutschen Herrscher Willhelm gemacht.

Die Verteiliung der Spenden 

Mit Hilfe einer systematischen und organisierten Bemühung wurden die Spenden im Wert von 50.000 Euro und 70.000 Dollar an fünf Orten an hilfsbedürftige und arme Flüchtlinge überreicht.

Die Tatsache, dass das Geld vorher überwiesen worden war, erleichterte die ganze Arbeit um ein Vielfaches. So wurde auch die Übergabe der Spenden erleichtert. Insgesamt wurden 2000 Familien mit großzügigen Spenden unterstützt, welche ausreichend für 10.000 Menschen sind. Dafür sollte man Gott danken.

Diese Hilfen sind jedoch nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein.

Die allgemeine Lage in den Flüchtlingslagern:

– Hungrige, sperrlich gekleidete, von der Bildung ausgeschlossene Tausende Kinder
– Schutzlose und obdachlose Tausende Waisen
– Zahllose verwittwete junge Frauen
– Tausende Kranke, ohne medizinische Behandlung
– Bedürftige, die ihre Häuser, ihr Eigentum, ihre Arbeit und ihre Plantagen verloren haben
– Bedürftige, die ihre Fabriken, Familien und Lebensgefährten verloren haben
– Kleinkinder, die der extremen Hitze in Zelten ausgesetzt sind und deren Eltern verzweifelt und ohne Lösung ausharren

Diese negativen Aspekte ziehen sich endlos dahin und sind nur ein paar wenige von vielen. Fakt ist, dass das Leben dieser bedürftigen Menschen katastrophal ist.
Der einzige Wunsch dieser Menschen ist, dass sie den Tag überstehen und dass ihnen  etwas Essbares für den Tag zugeteilt wird.

Ihre Augen drücken verzweilfelt den selben Wundsch aus: „Bitte gebt uns das überfällige Essbare, was ihr habt.“

Der Apell an die Menschheit soll nun sein, sie, die Muslime und die Umma von diesen Geschehnissen in den Lagern wissen zu lassen und die Menschheit, die Muslime, die Umma dazu zu bewegen, ihr Gewissen, was die Verschwendung des Essens anbelangt zu beunruhigen und ihnen davon abzuraten. (ke)

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