Gemeinschaft

Studentenabteilung organisiert Blockseminar in Kerpen

25. März 2010

Islam und Ästhetik

Cündioğlu trug ein Seminar zum Thema „Islam und Ästhetik“ vor. Darin ging er auf die Entstehung der Ästhetik ein und legte die Beziehung zum Islam dar.

„Bis 1750 gab es den Wissenschaftsbereich Ästhetik nicht. Baumgarten war derjenige, der sich erstmals in seinem Buch „Estetica“ damit wissenschaftlich auseinandersetzte.  Später hinterfragte Kant die Normen der Schönheit und mit der Zeit etablierte sich Ästhetik als ein Fachgebiet. In der islamischen Welt wurde jedoch kaum ein Werk zu diesem Thema veröffentlicht.“

Der Autor vermittelte den Studenten, dass die Ästhetik eine Wissenschaft ist und für die Muslime von hoher Relevanz sein sollte. Unzufriedenheit im Leben sei auf Unwissen und Ignoranz zurückzuführen, die wiederum aus der Unkenntnis der eigenen Persönlichkeit resultierten. „Die Religion bringt dem Menschen bei, sich selbst kennenzulernen. Ästhetik ist ein Weg zur Selbsterkenntnis und der Auseinandersetzung mit der eigenen Person.“ sagte Cündioğlu. Deshalb sei die Beziehung zwischen Islam und Ästhetik wichtig. In der islamischen Geschichte seien Meisterwerke in Bereichen wie Malerei, Ebru, Verzierung, Ornamente und Keramik entstanden, jedoch seien diese eher Ausnahmen.

Cündioğlu erinnerte daran, dass wir in einem visuellen Zeitalter leben und die Ästhetik auch aus diesem Grund eine besonders wichtige Rolle spiele. Er stellte auch fest, dass es den Muslimen nicht möglich war, sich der Ästhetik zu widmen, da es für sie andere Prioritäten gegeben habe.

Identitätswahrnehmung

Seyhan Büyükcoşkun referierte zum Thema „Identitätswahrnehmung“. Die Auseinandersetzung mit der Identität sei in der Menschheitsgeschichte schon immer von hoher Relevanz gewesen. Phänomene wie „Identitätsprobleme“ und  „Identitätskrise“ seien hingegen Produkte der modernen bzw. post-modernen Zeit. Infolge der Abwendung von der Religion und der Individualisierung hätten sich Menschen von den Eigenschaften entfernt, die sie als Menschen ausmachen.  Die Globalisierung und der Kapitalismus würden das Wesen und den Charakter der Menschen verändern. Sie ging auch auf das Thema Integration ein und erklärte, dass der Integrationsdruck psychische Beschwerden bei den Betroffenen verursachen könne.

Die Geschichte der Bibel

Das Seminar „Jesus und die Bibel“ wurde von Kudret Büyükcoşkun gehalten. Büyükcoşkun erklärte, dass in der islamischen Geschichte die Bücher im Vordergrund stünden, daher sei das eigentliche Thema die Bibel. Er zitierte aus dem Buch „Incil ve Salib“ von Abdulhat Davut Efendi.  Büyükcoşkun ging auf die verschiedenen Konfessionen im Christentum ein und legte die Bedeutung der Autorität, Tradition und des heiligen Buches dar.  Darüber hinaus stellte er die Entstehungsgeschichten des Alten und Neuen Testaments sowie die Änderung derer und die Rolle der Mehrsprachigkeit hierbei dar. Ferner wies er auf die vier Evangelien hin und erläuterte ihre Unterschiede.

Am Ende der Seminare hatten die Studenten die Gelegenheit das Gelernte zu reflektieren und in Gruppen darüber zu diskutieren. Darüber hinaus wurden Debattierrunden organisiert, in denen die Studenten über verschiedene Themen debattierten und ihre rhetorischen Fähigkeiten unter Beweis stellten.

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