Pressemitteilung

Studie: „Deutsch-Sein“ – Politik muss Debatten verantwortungsvoll führen

03. Dezember 2014

„Wenn mehr als jeder Dritte der Bevölkerung das Kopftuch und das ‚Deutsch-Sein‘ für unvereinbar hält, müssen in einer pluralistischen Gesellschaft die Alarmglocken schrillen“, so Mustafa Yeneroğlu, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş, anlässlich der aktuellen Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung. Danach gaben 38 Prozent der Befragten an, dass nicht deutsch sein könne, wer ein Kopftuch trage. Yeneroğlu weiter:

„Viel Licht aber auch dunkle Schatten wirft die aktuelle Studie des Berliner Instituts. Sie zeigt wieder einmal deutlich auf, wie politisch angestoßene Debatten die Wahrnehmung der Bevölkerung auf Minderheiten und Muslime verändern können.

Inzwischen meint mehr als jeder Dritte Befragte, dass Kopftuchträgerinnen nicht ‚Deutsch-Sein‘ können. Das ist nichts anderes als das Resultat der Kopftuch-Debatten der vergangenen zehn Jahre sowie die gesetzlichen Kopftuchverbote. Meist wurden diese Debatten von Politikerin angestoßen, kopftuchtragende Muslima zunehmend ins Abseits geredet. Nun liegt das Resultat vor. Ein Resultat, das unwürdig ist für unser Land, das sich Freiheitlichkeit eigentlich groß auf die Fahne geschrieben hat und viel Wert auf die individuelle Entfaltung der Persönlichkeit ihrer Bürger legt.

Dass der politische Diskurs auch positives bewirken kann, zeigen zahlreiche andere Befunde der Studie. Keiner ist in Stein gemeißelt. Werden die Debatten konstruktiv geführt, färbt sich dies ebenso auf die Einstellung der Bevölkerung ab wie spalterische Diskurse. Das muss uns allen ein Ansporn sein, öffentliche Diskurse verantwortungsvoll und mit Bedacht zu führen.“