Frauenjugendorganisation

Tag der Jugendarbeiterinnen 2011

07. Juni 2011

Veranstaltungsort der Zusammenkunft, an der rund 2000 Jugendarbeiterinnen der Gemeinden und Regionalverbände teilnahmen, war das Essener Collosseum-Theater.

Zu Beginn der Veranstaltung rezitierte die Gewinnerin des Europäischen Koranrezitationswettbewerbs, Betül Pür, aus dem Koran. Anschließend stellten sich die Jugendarbeiterinnen der verschiedenen Regionalverbände vor. Unter ihnen waren auch Leiterinnen aus Großbritannien und Australien.

Anschließend bekam die Vorsitzende der Jugend-Frauenabteilung, Nurcan Ulupinar, das Wort. Ulupinar wies auf die steigende Islamfeindlichkeit hin. „Islamfeindlichkeit wird unglücklicherweise unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung von manchen Medien geschürt“, so Ulupinar.

Das von den Medien konstruierte Bild von der unterdrückten muslimischen Frau trage nur dazu bei, Vorurteile zu verstärken und Hass zu schüren. „Diese Zusammenkunft am heutigen Tag ist die beste Antwort auf diejenigen, die versuchen die Vorurteile zu verbreiten. Muslimische Studentinnen, deren Zahl laut Statistik steigt, würden heute nicht diesen Saal füllen, wenn sie tatsächlich familiärer Unterdrückung ausgesetzt wären.“

Sie wies ferner darauf hin, dass das meist verkaufte Buch in Deutschland von einem rassistischen und fremdenfeindlichen Autor stamme. Es sei zudem überraschend und besorgniserregend, dass das Buch von einem Politiker stamme, der nicht einer rechten Partei angehört, sondern der SPD. „Noch überraschender ist jedoch, dass das Buch nun ein Bestseller ist. Die Ansichten dieser Menschen, die vergessen, dass die Zahl der muslimischen Wähler steigt, sind unproduktiv. Das Buch „Die Panikmacher-Die Deutsche Angst vor dem Islam“ von Patrick Bahners (FAZ), ist jedoch hoffnungsweckend und ein Beweis dafür, dass es noch immer vernünftige und objektive Menschen gibt“, so Ulupinar.

Nach der Rede Ulupinars wurde ein kurzer Film über die Frauenabteilung gezeigt. Darin wurden verschieden Aktivitäten und Projekte vorgestellt, darunter die wöchentlichen Jugendtreffen, Betreuungsprojekte, Nachhilfekurse, Koranrezitationswettbewerbe, Lesegruppe, Workshops, das „Hilal-Projekt“ und Weiterbildungskurse, Tag der offenen Moschee, Gesprächskreise, sportliche Aktivitäten, mehrtägige Seminare, Studentenprojekte, Kurse in islamische Geschichte und Studienfahrten.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung hielt die Gastrednerin des Tages Mahinur Özdemir, Abgeordnete des belgischen Regionalparlaments, eine Rede. Sie gratulierte den Organisatoren der Veranstaltung und riet den Jugendlichen, die Hürden, die ihnen in ihrem Berufs-und Studienleben in den Weg gestellt werden, zu überwinden und niemals aufzugeben.

Anschließend wurden unter dem Namen „Top 5“ in Kurzfilm-Form junge Frauen vorgestellt, die sowohl in ihrem Studium, als auch in der Gesellschaft und bei den Gemeindeaktivitäten erfolgreich sind.

Danach hielt die zweite Gastrednerin des Tages Sabiha El-Zayat eine Ansprache. Sie ging darin auf die Themen Stellung der muslimischen Frauen in Europa, Diskriminierung, Pluralität, Identitätskonflikte ein und sagte, dass eine der wichtigsten Aufgaben der muslimischen Jugend, die Änderung des bestehenden Islambildes durch Worte und Taten sei. Sie beendete ihre Ansprache mit den Worte: Wir sind in Europa, auch wir sind Europa!

Die Gesangskünstlerin Hülya Kandemir kam anschließend auf die Bühne und verzauberte mit ihrer emotionalen musikalischen Darbietung die Anwesenden. Sie gab ihre Musikstücke in türkischer, deutscher und englischer Sprache zum Besten.

Im zweiten Teil der Veranstaltung trug die Jugendabteilung des Regionalverbands Ruhr-A Theaterstücke vor. Die Theaterstücke thematisierten den erfolgreichen Ausgleich zwischen Gemeindeaktivitäten, Schule und Privatleben.

Einen Höhepunkt der Veranstaltung stellte die Sandkunst-Performance dar. Der aus der Türkei angereiste Sandkünstler Veysel Çelikdemir stellte unter musikalischer Begleitung das Leben des Fatih Sultan Mehmed in Sandkunst dar.

Nach dem kulturellen Programmteil hielten die Vorsitzende der Frauenorganisation Zehra Dizman, der ehemaligen IGMG-Vorsitzende Yavuz Çelik Karahan und der neue Vorsitzende Kemal Ergün eine Rede und sprachen der Jugendabteilung ihre Unterstützung aus.

Einen weiteren Höhepunkt bildete die Bekanntgabe der Sieger des Katarakt- Spendenprojekts. Die Ergebnisse gab die Verantwortliche des Projekts, die Vorsitzende der Sozialen Dienste Ayse Aslan, bekannt. Demnach belegten die Regionalverbände, Dänemark, Schweden und Düsseldorf die ersten drei Plätze und wurden von dem Vorsitzenden des IGMG-Hilfs- und Sozialvereins e.V., Zeki Toprak, ausgezeichnet. Toprak bedankte sich bei den Regionalverbänden, die an diesem Projekt teilgenommen hatten und würdigte auch den Einsatz des Regionalverbands Ruhr-A, der mit seinen gesammelten Spenden den vierten Platz belegte. Insgesamt wurde Geld für 9184 Katarakt-Operationen gesammelt.

Den ehemaligen und derzeitigen Jugendarbeiterinnen wurden aufgrund ihrer Arbeiten Dankesplaketten verliehen. Zum Abschluss wurden eine Umra und eine Türkei-Reise verlost, bevor die Veranstaltung mit einer abschließenden Koranrezitation ein Ende fand. (fy)

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