Pressemitteilung

Ungerechtigkeit trotz Reichtum

03. November 2013

„Täglich sterben tausende Menschen aufgrund von Krieg und Armut. Viele Betroffene machen sich auf den Weg, um in wohlhabenden Ländern eine faire Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu bekommen. Dabei nehmen sie sogar den Tod in Kauf. So sind im vergangenen Monat hunderte Flüchtlinge vor den Toren Europas ertrunken, die Überlebenden werden in Lager gehalten. Das ist nicht vereinbar mit elementaren Menschenrechten. Europa ist aufgefordert, zu handeln: nötig sind humane Aufnahmeregelungen und nachhaltige Entwicklungshilfeprogramme.

Diese Verantwortung allein auf die Politik abzuwälzen, wäre aber zu kurz gedacht. Vielmehr sind alle Menschen aufgefordert, jedem Einzelnen gegenüber Verantwortung zu übernehmen. Und Muslime müssen sich noch um einiges mehr verantwortlich fühlen und entsprechend handeln. In diesem Sinne führen wir soziale Hilfsprogramme durch, mit denen wir versuchen, unterdrückte Menschen überall auf der Welt zu erreichen. Wir leisten damit unseren Beitrag, auch wenn er noch so klein ist. Unser Verantwortungsgefühl ist darauf angewiesen, fortwährend aufgefrischt und erneuert zu werden.

Hierbei kann jeder Neujahrstag als Anlass für einen Neuanfang dienen. Mit der Hidschra (Auswanderung), die als großes Ereignis der islamischen Geschichte für die Muslime den Beginn des Neujahrs markiert, hatte eine völlig neue Zivilisation ihren Anfang genommen. Heute sehen wir die Hidschra als eine Auswanderung vom Sündhaften zum Verdienstvollen, vom Schlechten zum Guten, vom Verbotenen zum Erlaubten. In diesem Kontext können wir das Neujahr nach der Hidschra als einen Neuanfang und eine Erneuerung ansehen, in der Hinsicht, dass wir unsere Verantwortung noch bewusster wahrnehmen.

Aus gegebenem Anlass beglückwünsche ich die gesamte islamische Umma und bitte Allah den Erhabenen, dass dieser wunderbare Tag Anlass dafür sei, das Leid der Umma und der gesamten Menschheit zu verringern.“

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