Freitagspredigt

Unsere Jugend ist unsere Zukunft – Hutba

18. Juni 2004

Verehrte Muslime,
„Mir wurde die Hilfe der Jugend gegeben“ sagte einmal unser Prophet Muhammed (saw).  Wenn wir uns anschauen, wer von den Medinenser oder den Mekkanern die frühesten Freunde des Propheten waren, so sehen wir, dass diese sich zu einem großen Teil aus Jugendlichen und aus jungen Männern und Frauen unter 35 zusammensetzen. Auch der Prophet war ja bei seiner Berufung zum Propheten gerade einmal 40 Jahre alt.

Von den frühesten Muslimen war Hz. Abu Bakr (ra) nur ein paar Jahre jünger als der Prophet (saw), Hz. Omar, Hz. Osman, Hz. Hamza und viele weitere der ersten Muslime waren alle junge Männer in ihren besten Jahren, als sie sich entschlossen, den Islam anzunehmen. Hz. Ali war gerade einmal zwölf Jahre alt, als er den Islam als Religion für sich entdeckte . Mus’ab bin Umeyr, ein junger Mekkaner, der mit seiner Kleidung und seinem Stil quasi ein Idol der mekkanischen Jugendlichen darstellte, war kaum zwanzig Jahre alt, als er der muslimischen Gemeinschaft beitrat. Schon immer waren junge Menschen weitaus empfänglicher für diese neue Botschaft. Ihr Geist war reiner und klarer als der ihrer älteren Zeitgenossen. Aus diesem Grund breitete sich der Islam auch zuerst unter der Jugend aus und wurde von ihr offener aufgenommen.

Liebe Brüder und Schwestern,
Diese Tatsachen zeigen uns, wie wichtig unsere Arbeit mit unserer jungen Generation ist und wie wichtig sie uns sein muss. Hz.Ömer brachte dies mit den Worten „Eine Gesellschaft ohne Jugend ist zum Untergang verdammt“ treffend auf den Punkt.

Für uns stellt sich die Frage, ob wir als Muslime in Europa diesem Thema ausreichend Beachtung schenken. Aber auch Beachtung schenken ist schon zu wenig. Sind diese Jugendlichen überhaupt auf unserer Tagesordnung, müsste die Frage lauten? Selbst das ist leider zweifelhaft. Aber eines können wir uns eingestehen und dafür Allah te’ala danken, dass wir in Europa die Gemeinschaft sind, die diese Fragen mit einem „Ja“ beantworten kann. Für diesen Zweck wurden Jugend-Organisationen gegründet und so war es uns möglich tausende von Jugendlichen zu erreichen.

Doch, ist dies genug? Mit einem Wort, nein. Denn es gibt noch zehntausende Jugendliche, die wir noch erreichen müssen. Und zwar Jugendliche, die sich mit allen möglichen Problemen herumschlagen müssen.

Wir wissen, dass es tausende von Schülern gibt, die während ihrer Schulzeit mit zahlreichen Problemen konfrontiert werden, die weder sie alleine bewältigen können, noch die Lehrerschaft oder die Schulleitung. Oft genug passiert es, dass diese jungen Menschen daraufhin in ein kriminelles Leben rutschen. Das erschütternste ist jedoch, das dies den meisten Eltern dieser Jugendlichen garnicht bewusst ist. Diese Unkentniss beruht leider zum größten Teil auf der Gleichgültigkeit dieser Eltern gegen die Probleme ihrer eigenen Kinder. Wenn dieser Entwicklung nicht Einhalt geboten werden kann, wird es in Zukunft weit aus mehr zerstörte Familien und Verluste geben.

Liebe Brüder und Schwestern,
Wir rufen von hier alle Väter und Mütter an! Nehmt euch eurer Zukunft, eurer Hoffnung, euren Nächsten, euren Kindern endlich an. Wir sind als Milli Görüs bereit, alles in unserer Macht stehende zu tun, um unsere Kinder aus diesen für sie nachteiligen Kreisen herauszuholen. Wir nehmen dies als eine Aufgabe, ja als eine Bestimmung an. Wir glauben, dass wir unseren Jugendlichen  mit Bildung und Erziehung, Freizeitmaßnahmen, insbesondere mit der Unterstützung der wegweisenden Funktion unsere Religion, zu Menschen erziehen können, die einen Beitrag zu einer friedlichen Gesellschaft leisten können und vorbereitet auf die Zukunft schauen können. Die Hauptsache ist aber, dass Sie als Eltern die Wichtigkeit dieses Anliegens verstehen und den Ernst dieser Sache verinnerlichen und Hand in Hand mit uns gehen.

Im Sinne dieses Vorhabens startet unsere Gemeinschaft in diesem Jahr neben dem Sommerschulen für unsere Kleinen, auch „Jugend Ferien- und Bildungsprogramme. Diese Programme, die sich an Jungen und Mädchen im Alter von 16-21 Jahren wenden, werden in Europa in sechs Zentren, in der Türkei und in Ägypten abgehalten.

Die Jugend ist unsere Zukunft. Wir müssen aufhören, unsere Zukunft in Steinen, Ziegeln, Gebäuden zu suchen und uns bemühen unsere Kinder und Jugendlichen als moralisch und ethisch gefestigte Individuen mit einer guten Berufsausbildung zu erziehen. Dies muss uns unsere heiligste und wichtigste Aufgabe sein. Vergessen wir nicht, dass dem Koran nach unser Kinder und unsere ganzen Möglichkeiten als eine Prüfung für uns beschreibt: „Eure Reichtümer und eure Kinder sind wahrlich eine Versuchung; doch bei Allah ist großer Lohn.“   Sei alle Glückseligkeit und Freude mit den Eltern, die sich ihrer Kinder annehmen und dafür arbeiten, dass aus ihnen eine gute Generation entstehe.

IGMG SEELSORGE-ÖFFENTLICHKEITSARBEIT