Pressemitteilung

Unseriöse Berichterstattung in der Spiegel

06. November 2001

Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), Mehmet Erbakan, hat auf einen Bericht in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Der Spiegel‘ (05.11.2001), in der der Name Milli Görüs in einer Liste mit der Überschrift: „Die Ressourcen der Radikalen Islamistische Terrororganisationen‘, aufgeführt ist, heftig protestiert. Er sagte: “ Der Spiegel hat die Grenze der Schamlosigkeit absolut überschritten und grenzt sich mit solchen, lächerlichen Berichten selber aus.

Es gehört zu den Essenzen einer demokratischen Gesellschaft, dass man im Rahmen des ethisch Vertretbaren und die Würde des Gegenüber achtenden Art und Weise öffentlich streitet. Es ist aber mit einer demokratischen Streitkultur unvereinbar, wenn Medien als Instrument der Manipulation genutzt werden und ihre Macht dazu nutzen, in diesem Fall die Milli Görüs aufs Übelste zu verleumden. Man versucht die IGMG durch solche Rufmordkampagnen zu diskriminieren und auszugrenzen.

Diese Art von Berichterstattung ist als geistige Brandstiftung zu werten. In einer Zeit, in der Muslime tagtäglichen Anfeindungen und Diskriminierungen ausgesetzt sind, sollten Medien mit ihren Instrumenten verantwortlicher umgehen, mindestens die Persönlichkeitsrechte der Mitglieder der IGMG beachten. Wir möchten noch mal darauf hinweisen, dass wir die Verantwortlichen solcher Berichte als die geistigen Urheber des Rassismus in Deutschland ansehen. Vor allem nach dem entsetzlichen Anschlag auf das World Trade Center in den USA haben sie wieder Hochkonjunktur und versuchen, Muslimen durch Totschlagsargumente die Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs zu erschweren.

Der Bericht des Spiegel widerspricht der langen demokratisch-pluralistischen Tradition dieser Zeitschrift.

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