Pressemitteilung

Verantwortungslose Berichterstattung in der FAZ

14. September 2001

Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), Mehmet Erbakan hat auf die Veröffentlichung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (14.01.2001) des Namen der IGMG in einer Liste mit der Überschrift: ‚Islamistische Terrorgruppen‘ in der auch Usame bin Laden ist, heftig protestiert. Er sagte: ‚Die IGMG ist eine, von Türken, die als Arbeiter nach Deutschland kamen, gegründete Religionsgemeinschaft, die sich nie etwas hat zu schulden kommen lassen und die sich stets zur freiheitlich -demokratischen Grundordnung bekannt hat.

Wir stellen die zivile muslimische Wohnbevölkerung in diesem Land dar. Wir errichten Moscheen und gehen unseren Gottesdiensten nach. Seit drei Tagen führen unsere Gemeinden spontane Gedenkgottesdienste für die Opfer und Hinterbliebenen.

Die Aufführung der IGMG unter der Rubrik ‚Islamistische Terrorgruppen‘ ist vollkommen halt- und verantwortungslos. Wir unterhalten in Deutschland 600 Moscheen. In so einer Lage die IGMG als ‚terroristisch‘ zu bezeichnen, ist der Gipfel an journalistischer Verantwortungslosigkeit. Wie kann man so etwas machen? Da hilft es auch nicht, wenn sich Herr Günter Lerch von der FAZ die Sache herunterspielend entschuldigt und es als ein versehen bezeichnet. Wir erwarten eine sofortige Richtigstellung.

Sollte ein Anschlag auf eine unserer Moscheen stattfinden, so sind die geistigen Urheber in der FAZ-Redaktion zu suchen. Wie weltfremd muss ein Journalist sein, der nach solchen Ereignissen in einem Land in dem im vergangenen Jahr die fremdenfeindlichen Anschläge gerade zu explodiert sind, eine hiesige muslimische Organisation mit 600 Moscheen, mit Osama bin Laden gleichsetzt und somit zur Zielscheibe erklärt. Das ist ein Anschlag auf die innere Sicherheit dieses Landes.

Ich fordere alle Muslime und speziell unsere Gemeinden auf besonnen zu reagieren in sofortigen Kontakt mit der örtlichen Polizei zu treten und über Sicherungsmaßnahmen zu beratschlagen. Sollte die FAZ in ihrer nächsten Ausgabe nicht eine Richtigstellung vornehmen, werden wir umgehend rechtliche Schritte einleiten.

[supsystic-social-sharing id="1"]