Gemeindeentwicklung

Versammlung über IGMG-Öffentlichkeitsarbeit in Kerpen

29. Dezember 2009

In seiner Eröffnungsrede sprach Ücüncü über das Minarettverbot in der Schweiz. Das Verbot dürfe nicht als Ausnahme gesehen werden. Vielmehr müsse es vor dem Hintergrund der zunehmenden Islamfeindlichkeit und dem Unwillen der europäischen Regierungen, diese Diskriminierung zu verhindern, betrachtet werden. Man könne beobachten, dass Integrationspolitik mehr und mehr in eine Sicherheitspolitik umgewandelt wird – dies gelte insbesondere für Deutschland. Im Mittelpunkt der Diskussionen um das Minarettverbot dürfe aber nicht eine vermeintliche Furcht vor dem Islam stehen, wie sie immer wieder beschworen und zuletzt in der Heitmeyer-Studie dargelegt wurde, sondern die Frage nach der Verhandelbarkeit von Grundrechten.

Ferner informierten Oguz Ücüncü und der stellvertretende Generalsekretär Mustafa Yeneroglu über den Stand des Ermittlungsverfahrens, welches nach den erneuten Durchsuchungen der IGMG-Zentrale und der Regionalverbandszentralen eingeleitet wurde.

Anschließend berichtete der Verantwortliche der „Arbeitsgruppe Tag der offenen Moschee“ (AG TOM), Ali Mete, über die Vorbereitungen, die Durchführung und die Ergebnisse des Tages der offenen Moschee am 3. Oktober 2009. Demnach wurden die Vorbereitungen von einer Arbeitsgruppe verfolgt, die neben einer umfassenden Anleitung zur Organisation eines TOM, diverse Publikationen, darunter das „TOM Magazin 2009“, erstellt haben.

Anschließend schilderte der igmg.de-Verantwortliche, Ünal Koyuncu, die Entwicklungen hinsichtlich der Internetpräsenz der IGMG. Auch wenn sowohl die Qualität der Nachrichten als auch die Besucherzahl zugenommen habe, sei das Potenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft. Es fehle insbesondere an Werbung innerhalb der Gemeinschaft. Der erste Sitzungstag wurde mit den Berichten der Regional- und Landesverbände abgeschlossen.

Am Folgetag wurde eine Diskussion über das schweizerische Minarettverbot geführt. Der Vertreter des IGMG-Regionalverbands Schweiz, Abdulhamit Koca, informierte einführend über den Hintergrund und  Werdegang des Gesetzes, womit das Verbot Minarette zu bauen, in die Verfassung aufgenommen wurde. Es wurde betont, dass das Verbot nicht als Einzelfall zu betrachten ist und eine Menschenrechtsverletzung darstellt. In diesem Rahmen wurde hervorgehoben, dass die Islamfeindlichkeit in einem größeren Rahmen gesehen werden müsse.

Gegen Ende der Versammlung kam Mesut Gülbahar, Leiter des IGMG-Jugendverbands, zu Wort und informierte die Anwesenden über die Öffentlichkeitsarbeit der Jugend. Neben den regulären Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit berichtete Gülbahar über die Arbeit des Jugendverbands innerhalb des „Forum of European Muslim Youth and Student Organisation“ (FEMYSO), einer Jugendorganisation, die 39 Vertreter aus 22 Staaten in Europa umfasst.

Bevor die Sitzung mit der abschließenden Rede des stellvertretenden Generalsekretärs Mustafa Yeneroglu beendet wurde, erhielten die Vertreter der Regional- und Landesverbände die Gelegenheit, ihre Wünsche und Vorschläge zu äußern und Fragen zu stellen. (am)