Gemeindeentwicklung

Versammlung der Regionalverbandsvorsitzenden der IGMG fand in Sarajewo statt

25. April 2005

Die Vorsitzenden der Regionalverbände der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs trafen sich zu ihrer turnusmäßigen Versammlung diesmal in Bosnien-Herzegowina. Die Versammlung begann in Sarajewo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Mehrere Ausflüge sowie die Teilnahme an drei Seminaren zum Thema „Islam in Europa und auf dem Balkan“ von Prof. Dr. Mustafa Çeriç, über die „Bewegung junge Muslime und Alija İzzetbegoviç“ von Ömer Behmen und über den „Balkan und seine islamischen Bauwerke“ von Behidzüddin Şahabi gehörten auch zum Programm. „Muslime in Europa müssen die europäischen Verfassungen respektieren, dennoch aber wie Muslime und als ein Teil der großen Umma leben“, sagte Mustafa Çeriç. In dieser Hinsicht sei die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs ein Vorbild für sie.

Den Auftakt der Veranstaltung bildeten der Besuch der Grabstätte des ehemaligen bosnischen Präsidenten Alija İzzetbegoviç und ein Gebet an diesem. „Die Muslime, die heute in West-Europa leben, sind nicht die ersten Muslime in Europa. Vor allem im Balkan und in Andalusien kann man die Geschichte der ersten Muslime in Europa deutlich erkennen“, sagte der Vorsitzender der IGMG, Yavuz Çelik Karahan. „Aus diesem Grund halten wir unsere Regionalverbandsvorsitzendenversammlungen immer wieder auch an diesen Orten ab. Schon zuvor waren wir in Andalusien. Bosnien ist ein Beispiel dafür, dass der Islam in Europa überlebt hat. Mit dem Krieg vor zehn Jahren hat Bosnien jedoch auch sehr schlimme Erfahrungen gemacht. Ein weiterer Grund, wieso unsere Versammlung hier stattgefunden hat, ist, um Bosnien und die religiösen Institutionen dort, die nach dem Krieg entstanden sind, kennen zu lernen.“

Die IGMG gab während diesen Veranstaltungen auch einen Empfang in Bosnien. Unter den Gästen waren Edhem Bıçakçiç, der ehemalige Präsident von Bosnien sowie Abgeordnete, Bürgermeister, Vertreter mehrerer nicht-staatlicher Organisationen und Universitäten, Pressemitglieder, der Vorsitzende und mehrere Muftis der Religionsbehörde und der Professor der islamischen Fakultät Sarajewo und Autor der Nationalhymne von Bosnien, Prof. Cemaluddin Latiç.

Dabei stellte der IGMG-Generalsekretär, Oguz Üçüncü, die Aktivitäten der IGMG vor. Der ehemalige bosnische Präsident, Edhem Bıçakciç, bedankte sich in einer Rede bei der IGMG wegen der humanitären Hilfe für das bosnische Volk während und nach dem Krieg.

Die IGMG-Delegation stattete während ihrer Reise der bosnischen Religionsbehörde, der muslimischen Organisation Mladi, der Internationalen Universität Sarajewo, der Islamischen Fakutät Sarajewo sowie den Gemeinderat von Travnik und andere Institutionen einen Besuch ab.

Das nächste Ziel der IGMG-Delegation war die Mostar-Brücke, die im Krieg von den Kroaten zerstört wurde. Die Zerstörung dieser Brücke stieß damals international auf heftige Kritik. Nach dem Krieg wurde die Brücke unter Aufsicht des türkischen Kulturministeriums wieder aufgebaut. Nach der Besichtigung der Mostar-Brücke begab sich die Gruppe nach Travnik, einer ebenfalls im Krieg größtenteils beschädigten Stadt. Nach dem Freitagsgebet in Travnik besuchte die Gruppe den Bürgermeister von Travnik, Tahir Lendo. Auch Tahir Lendo bedankte sich bei der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs für die humanitäre Hilfe während des Krieges.