Gemeinschaft

Wilders islamfeindlicher Film „Fitna“ sorgt für weltweite Kritik

05. April 2008

Nach der Veröffentlichung des Filmes kritisierten außer den Regierungsvertretern islamischer Länder, wie Iran und Indonesien, auch die Europäische Union die rassistischen und widerwärtigen Angriffe im Film. Die EU-Ratspräsidentschaft erklärte, dass der Film und weitere Handlungen dieser Art nur Hass schüren würden. Die Meinungsfreiheit sei eines der wichtigsten Werte der Europäischen Union, doch was nicht bedeute, die Religionen, den Glauben und religiöse Überzeugungen anderer Menschen respektlos anzugreifen. Der Film würde unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit den Islam in gemeinster Weise angreifen, erklärte ein Regierungssprecher Indonesiens in aller Deutlichkeit. 

Der niederländische Regierungspräsident Jan Peter Balkenende zeigte sich besorgt über die Veröffentlichung des Filmes und sagte nachdrücklich, dass die niederländische Regierung in keinster Weise dem Inhalt des Filmes zustimme. Ferner lud er Wilders zur Besinnung ein. „Das Thema hat auch mit der Sicherheit unserer Staatsbürger und Handelsgesellschaften außerhalb des Landes zu tun, nicht zu vergessen mit der Sicherheit unserer Soldaten in Afghanistan. Wir plädieren stets für viele Freiheiten, dies bedeutet aber nicht, dass wir sie unverantwortlich gegenüber anderen Menschen gebrauchen“, so Balkenende weiter, dessen Mitteilungen insbesondere von Politikern aber auch von Wirtschaftsunternehmen geschätzt wurden.

Die niederländische Integrationsministerin, Ella Vogelaar, zeigte sich über die besonnene Haltung der Muslime in den Niederlanden zufrieden.

In dem Video, das in Form eines Dokumentarfilms unter anderem verschiedene Bilder von Opfern terroristischer Angriffe – mit Koranzeilen und Zeitungsschlagzeilen kombiniert – beinhaltet vor allem Bilder aus dem Iran und den arabischen Ländern. Im Film werden mit einem Hinweis auf den Zuwachs von Moscheen in den Niederlanden Juden und Christen auf Muslime gehetzt.

Die islamische Föderation in Holland klagt an

Die erste Verhandlung der von der Niederländischen Islamischen Föderation (NIF) beantragten einstweiligen Verfügung  gegen den Film fand bereits in Rotterdam statt. Der Vorsitzende der Föderation, Mehmet Yaramis, teilte mit, dass Wilders mit seinen bisherigen islamfeindlichen und rassistischen Äußerungen stets den Islam und den Koran herabwürdigt habe. Yaramis forderte das Gericht auf, ein Verbot für Wilders  aufzustellen, damit dieser in Zukunft keine weiteren beleidigenden Worte gegen Muslime verwendet. Der Anwalt der Föderation, Ejder Köse, der bei der Pressemitteilung im Anschluss der ersten Verhandlung von zwei Rassisten angegriffen wurde, teilte ferner mit, dass das Gericht insbesondere die Begriffe „Faschist und Barbar“ verbieten soll, mit denen Wilders seit den letzten vier Jahren den Islam und die Muslime beschimpft. Sie verlangten zudem, dass sich Wilders mit einer Zeitungsanzeige förmlich entschuldigt. Das endgültige Urteil wird am 7. April bekanntgegeben.

Auch in Belgien kritisierten muslimische Organisationen den Wilders-Film aufs Schärfste. Der Bund der türkischen Organisationen, die Föderation der marokkanischen Verbände und die Plattform für jugendliche Migranten kritisierten in einer gemeinsamen Erklärung den Film und riefen zugleich die Muslime zur Besinnung auf. Die islamfeindlichen Äußerungen Wilders im Film würden mit der Meinungsfreiheit nicht im entferntesten etwas zu tun haben, sondern vielmehr mit Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, so im Schreiben der Verbände. (ab)

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