Pressemitteilung

Zivile Tote bei NATO-Einsatz in Afghanistan: Es gibt kein Menschenleben erster und zweiter Klasse

17. September 2012

„Stellen wir uns vor, unsere Mutter und Schwester gehen morgens aus dem Haus und kommen nicht mehr wieder. Wieso? Weil sie Opfer eines Bombenanschlags der NATO geworden sind. Unvorstellbar für uns hier in Europa, jedoch gelebter Alltag für die Menschen in Afghanistan. Jeden Moment kann ein Raketenangriff zum Tod führen.

Nur weil es im entfernten Afghanistan passiert und wir davon nur über die Medien als „šZwischenfälle‘ erfahren, ist es nicht weniger schlimm. Ein Menschenleben ist ein Menschenleben. Und es spielt keine Rolle, wo der Mensch lebt, welches Geschlecht er hat, ob er jung oder alt ist.

Die beiläufige Behandlung solcher Vorfälle und die Art der Berichterstattung darüber erwecken jedoch den Eindruck, als gebe es wichtiges und unwichtiges Leben. Wieso sonst werden solche Vorfälle nach einem kurzen „šBedauern‘ in die Akten gelegt – ohne Konsequenzen? Wir sind alle gemeinsam aufgefordert, immer und immer wieder daran zu erinnern, dass es kein Menschenleben erster und zweiter Klasse gibt. Wir trauen um die Opfer und verurteilen solche Angriffe, die zivile Opfer als Kollateralschaden von vornherein mit einkalkulieren.“

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