Pressemitteilung

Zum Holocaust-Gedenktag – Erinnerungskultur lebendig halten

26. Januar 2019
Pressemitteilung

„Der Holocaust-Gedenktag ist eine Gelegenheit, uns zu vergegenwärtigen, dass wir gemeinschaftlich Verantwortung tragen zur Aufrechterhaltung der Erinnerungskultur“, erklärt Kemal Ergün, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich des Internationalen Gedenktages an die Opfer des Holocaust. Kemal Ergün weiter:

„Der Holocaust ist eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Er ist beispiellos und Mahnung zugleich, zu welchen Schandtaten der Mensch fähig ist. Wer meint, dass Völkermorde der Vergangenheit angehören, der irrt.

Mit großer Sorge beobachten wir den zunehmenden Antisemitismus, die immer bedrohlicher werdende Islamfeindlichkeit, den seit Jahrhunderten grassierenden Antiziganismus und viele weitere gruppenbezogene menschenfeindliche Einstellungen in Deutschland, Europa und rund um den Globus. Jedes Verbrechen an der Menschlichkeit erfüllt uns mit Trauer, ob in Xinjiang, Tibet, Myanmar oder in anderen Teilen der Erde. Ganze Völkergruppen werden vertrieben, gefoltert und ermordet.

Hilfsbedürftige Menschen ihrem Schicksal zu überlassen und wegzusehen steht nach unserer Überzeugung auf der gleichen Stufe wie die aktive Menschenrechtsverletzung. Es ist Tun durch Unterlassen. Es spielt keine Rolle, ob Menschen in Deutschland, Europa, Asien oder im Mittelmeer sterben. Menschenrechte sind universell, sie gelten überall und für alle.

Der Holocaust Gedenktag ist eine Gelegenheit, uns zu vergegenwärtigen, dass wir gemeinschaftlich Verantwortung zur Aufrechterhaltung der Erinnerungskultur tragen. Wir müssen uns gemeinschaftlich gegen das Vergessen einsetzen. Wir tragen gemeinschaftlich Sorge dafür, dass sich solche Schandtaten nicht wiederholen – egal von wem die Gewalt ausgeht und wen sie trifft. Wer Verbrecher und Opfer nach ihrem Glauben, ihrer Herkunft, Sprache oder Kultur beurteilt, ist nicht aufrichtig und macht sich unglaubwürdig. Ein Verbrechen ist ein Verbrechen, hier bei uns genauso wie überall auf der Welt. Wer gegen Menschenrechte verstößt, der greift auch unsere Überzeugungen an.

Nutzen wir den Holocaust Gedenktag, um uns mit Menschen solidarisch zu zeigen, die Unrecht erfahren und erfahren haben.“