Gemeinschaft

Zweite Abdulhamit-Konferenz in Hamburg

15. März 2009
Die Veranstaltung, die von dem Sprecher der Islamische Hochschulgemeinde, Halil Ünsal Namazci, moderiert wurde, erfuhr großes Interesse. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit 400 Hundert Teilnehmern, mit der Koranrezitation von Amir K. aus der Ayasofya Moschee in Wilhelmsburg.Anschließend gab die Studentenvereinigung Auskunft über ihre Aktivitäten und stellte den Vorstand vor.

In seiner Eröffnungsrede sagte der Vorsitzende der IHg, Berati Aksu: „Kulturen, die ihre Vergangenheit nicht kennen, können ihre Zukunft nicht auf sicherem Fundament bauen.“ und verkündete damit die grundlegende Intention der Konferenz. Weiter teilte er mit, dass Menschen sich heutzutage selten mit der Vergangenheit beschäftigten, mit der Gegenwart allein gelassen würden und dass die IHg unter anderem dazu gegründet wurde, dem entgegenzuwirken. Die Islamische Hochschulgemeinde sei eine Vereinigung, die eine denkende und dynamische Gesellschaft anstrebe. Aksu machte auf die Veranstaltung UNIDAY ’09 aufmerksam, die am 4. April 2009 in der Dortmunder Westfalen Halle stattfinden wird, und bat die Interessierten sich mit ihm in Verbindung zu setzen.

Anschließend bekam Prof. Dr. Ihsan Süreyya Sirma das Wort. Sirma, einem Fachmann auf dem Gebiet, durchleuchtete in seinem Vortrag die letzte Zeit des Osmanischen Reiches und erzählte einige Anekdoten diesbezüglich. Sirma gab zunächst seine persönliche Definition von einem laizistischen Staat und einem islamischen Staat. Dieser Definition zufolge sei der Osmanische Staat kein islamischer Staat gewesen, sondern vielmehr eine Monarchie.

Weiter ging er darauf ein, dass das Osmanische Reich zu Beginn eine schnelle Expansion, dann eine Stagnation und am Ende einen Rückgang erlebt habe, um schließlich zu zerfallen. Er legte die Gründe hierfür dar und durchleuchtete speziell die Herrschaftsperiode Abdulhamits. Prof. Dr. Ihsan Süreyya Sirma sagte: „Als Abdulhamid an die Herrschaft gelang, befand sich das Osmanische Reich in einer schlechten Phase. Infolge einiger Intrigen wurde Abdulhamits Herrschaft schließlich beendet. Midhat Pascha zeigt zu dieser Zeit Bestrebungen um ein Grundgesetz einzuführen, was ihm zwar nicht gelang, aber das Ansehen des Sultans beschädigte. Das Osmanische Reich sah sich aufgrund der Komplikationen im Balkan gezwungen, Krieg gegen Russland zu führen. Der Jemen wurde von den Osmanen besetzt. Abdulhamit war während seiner Herrschaft ständig unter Druck und wurde falsch dargestellt. Aus diesem Grund erhielt er den Beinamen der „Rote Sultan“ und war Gegenstand vieler Karikaturen. Doch obwohl er für seine zweitweise strenge Politik bekannt ist, wird seine Regierungspolitik auch heute mit Respekt gewürdigt.“ Zum Abschluss seines Vortrages stellte Sirma die Gründe, die zu Abdulhamits Absetzung führten, dar. Nach dem Vortrag beantwortete Prof. Dr. Ihsan Sirma die Fragen der Anwesenden. Nach der Veranstaltung wurde den Teilnehmern Gelegenheit gegeben, sich mit Prof. Sirma zu unterhalten und Bücher signieren zu lassen. (fy)

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