Pressemitteilung

1. Juli: Tag gegen Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus

30. Juni 2021
Pressemitteilung

„Der 1. Juli ist eine Zäsur im kollektiven Gedächtnis aller Musliminnen und Muslime. Dieser Tag steht für antimuslimischen Rassismus jeder Art. Dieser Tag ist uns aber auch eine wichtige Mahnung“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich des Tages gegen Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus. Bekir Altaş weiter:

„Der 1. Juli erinnert an das traumatische Ereignis im Dresdener Landgericht vor zwölf Jahren: Ein Neonazi ermordete aus islamfeindlichen Motiven während einer mündlichen Verhandlung Marwa El-Sherbini mit einem Messer – vor den Augen ihres kleinen Sohnes. Als ihr Ehemann helfend eingreifen wollte, wurde er vom herbeieilenden Wachmann angeschossen. Bis heute ist nicht aufgeklärt, warum der Sicherheitsbeamte auf ihn und nicht auf den Angreifer geschossen hat.

Vor Gericht stand Marwa El-Sherbini, weil sie sich gegen antimuslimischen Rassismus gewehrt hatte. Sie war bereits Opfer und wurde im Landgericht ein weiteres Mal angegriffen. Noch heute macht uns dieses Verbrechen fassungslos und versetzt uns in tiefe Trauer. Unsere Gedanken und Gebete sind bei Marwa El-Sherbini und ihrer Familie. Möge Gott ihnen Kraft und Geduld geben, das Erlebte zu verarbeiten.

Ihr Tod ist eine Zäsur im kollektiven Gedächtnis aller Musliminnen und Muslime in Deutschland und sogar weit über die nationalen Grenzen hinaus. Der 1. Juli ist der ‚Tag gegen Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus‘. Dieser Tag steht aber auch stellvertretend für den bis heute nicht aufgeklärten NSU-Komplex, für Halle, für Hanau, für München oder Dresden. Es steht auch für die unzähligen Angriffe auf Moscheen und auch für den antimuslimischen Rassismus im Alltag, auf der Arbeit, in der Straßenbahn an der Supermarktkasse.

Der 1. Juli ist uns aber auch eine Mahnung, dass wir den Tätern nicht geben dürfen, was sie wollen. So sehr uns solche Verbrechen treffen und wehtun, desto stärker werden wir unsere Gesellschaft zusammenhalten, desto stärker werden wir unsere Reihen schließen gegen Rassismus jeder Art. So sehr Rassisten sich auch anstrengen, umso mehr werden wir die freiheitlich demokratische Grundordnung verteidigen.“