Freitagspredigt
Ein gesegnetes Ramadanfest!
19. März 2026
Verehrte Muslime!
Alhamdulillah, wir haben das segensreiche Ramadanfest erreicht. Der Ramadan hat unser Leben mit Segen erfüllt. Möge Allah unser Fasten annehmen. Mögen er unsere Tarâwîh-Gebete, unsere Duâs, Istiğfâr, Spenden und all unsere Ibâdas annehmen. Möge Allah uns zu aufrichtigen Menschen machen, zu denen, deren Herz vom Licht des Korans erleuchtet ist, die durch das Gebet vor dem Schlechten bewahrt werden, deren Geduld durch das Fasten gereift ist und die ihr Vermögen durch Zakat und Fitra reinigen.
Der Ramadan ist wie eine Schule. Der Ramadan erinnert uns daran, den Begierden des Nafs zu widerstehen. Wir lernen, nachts zu beten, unser Essen zu teilen und Bedürftige zu unterstützen. Wir erkennen den Wert eines Stücks Brot und eines Tropfens Wasser. Doch das Wichtigste ist, diese schönen Eigenschaften nicht nur im Ramadan zu leben, sondern sie in unser Leben mitzunehmen. Im Koran heißt es: „Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit zu dir kommt.“[1] Damit erinnert er uns daran, dass unsere Dienerschaft nicht auf einen Monat beschränkt ist. Unser ganzes Leben soll im Einklang mit seiner Zufriedenheit stehen. Deshalb sollten wir unsere Lebenszeit nicht mit nutzlosen Dingen vergeuden. Bemühen wir uns, unsere Ibâdas regelmäßig zu verrichten und darin beständig zu bleiben. Unser Prophet (s) sagte: „Bemüht euch um Taten, die ihr leisten könnt. Allah wird nicht müde, euch zu belohnen, doch ihr werdet müde. Allah hat die Taten am liebsten, die beständig verrichtet werden, auch wenn sie gering erscheinen.“[2]
Liebe Geschwister!
Durch das Fasten haben wir unsere Willenskraft gestärkt und gelernt, Geduld zu üben. Wir haben auf unsere Hände, Zunge und Herzen geachtet. Wir haben uns nicht nur von Verbotenem ferngehalten. Wir haben sogar erlaubte Dinge wie Essen und Trinken unterlassen, allein um Allah zufriedenzustellen. Diese Hingabe sollten wir auch in unserem ganzen Leben zeigen. Vergessen wir nicht: Das Fasten ist nur einen Monat im Jahr verpflichtend, das Gebet jedoch wurde uns fünfmal am Tag auferlegt. Allah sagt: „Sucht Hilfe in Geduld und im Gebet. Siehe, dies ist fürwahr schwer, außer für die Achtsamen.“[3] Glücklich sind jene, die sich jeden Tag vor Allah niederwerfen und ihm für seine Gaben danken.
Gottesdienste, die farz sind, müssen unbedingt erfüllt werden. Und auch die Sunna und die freiwilligen Ibâdas dürfen wir nicht vernachlässigen. Das Tahaddschud-Gebet und individuelles Fasten bringen großen Lohn. Hören wir deshalb auf die frohe Botschaft unseres Propheten (s): „Wer im Ramadan fastet und danach im Monat Schawwâl sechs Tage hinzufügt, dem wird es angerechnet, als hätte er das ganze Jahr gefastet.“[4] Bemühen wir uns daher, in diesem Monat Schawwâl sechs Tage zu fasten.
Möge unser Herr uns die Gnade schenken, jeden Monat den Geist des Ramadan zu leben und jede Nacht im Bewusstsein der Kadr-Nacht zu verbringen. Möge unser Freitag und unser Ramadanfest gesegnet sein. Âmîn.
[1] Sure Hidschr, 15:99
[2] Abû Dâwûd, Tatawwu, 27
[3] Sure Bakara, 2:45
[4] Muslim, Siyâm, 204











