Freitagspredigt

Die Umwelt schützen

25. November 2015 Minbar
Minbar

Verehrte Muslime!
Der Mensch unserer Zeit beutet die natürlichen Ressourcen der Erde ungezügelt aus. Er schreckt nicht davor zurück, die Welt, in der er lebt und die er den kommenden Generationen als Erbe hinterlassen wird, hemmungslos zu zerstören. Nur so ließe sich der Lebensstandard erhöhen oder beibehalten, heißt es. Infolgedessen bewegen wir uns in hohem Tempo auf eine Katastrophe zu. Anstatt sein kurzes Leben bescheiden und ausgewogen zu verbringen, strebt der Mensch danach, noch mehr zu verdienen und zu konsumieren – und opfert dafür einen ganzen Planeten.

Liebe Geschwister!
Sicherlich darf der Mensch die Umwelt zu seinem Vorteil nutzen, denn Allah hat ihm Himmel und Erde dienstbar gemacht. Im Koran heißt es: „Er hat euch alles dienstbar gemacht, was in den Himmeln und auf Erden ist.“[1]

Aber er trägt auch Verantwortung für die Erde und muss das ihm anvertraute Gut schützen. Sonst werden sich Naturkatastrophen, wie wir sie heute erleben, häufen. Im folgenden Koranvers erfahren wir, dass der Mensch die Konsequenzen der Schäden, die er seiner Umwelt zufügt, bereits im Diesseits tragen wird: „In Erscheinung getreten ist Unheil zu Land und Meer als Folge dessen, was die Menschen anrichteten, damit Er sie einiges von ihrem (Fehl-)Verhalten spüren ließe, auf dass sie umkehren.“[2] Anstatt den Gaben dieser Welt mit Hochmut zu begegnen, sollten wir Allah dafür danken. In der Sure Arâf heißt es: „Und wahrlich, Wir gaben euch auf Erden Macht und Lebensunterhalt. Wie wenig seid ihr dankbar!“[3]

Verehrte Muslime!
Auch in anderen Koranversen weist uns Allah auf die Undankbarkeit des Menschen hin: „Allah ist es, der die Himmel und die Erde erschuf. Und Er sendet vom Himmel Wasser nieder und lockt damit Früchte zu eurer Versorgung hervor. Und Er hat euch die Schiffe dienstbar gemacht, die auf Seinen Befehl das Meer durchpflügen. Und Er machte euch die Flüsse dienstbar. Und Er machte euch die Sonne und den Mond dienstbar, beide in rastlosem Lauf.

Und dienstbar machte Er euch die Nacht und den Tag. Und Er gibt euch etwas von allem, um das ihr Ihn bittet. Und wenn ihr die Gnadenerweise Allahs aufzählen wolltet, könntet ihr sie nicht berechnen. Der Mensch ist wahrlich ungerecht und undankbar!“[4]

Liebe Geschwister!
Jeder hat die Aufgabe, die Natur zu schützen. Vielleicht haben wir keine Fabriken, die die Umwelt verschmutzen. Vielleicht verbrennen und vernichten wir keine Wälder oder spritzen tonnenweise Chemikalien auf die Felder. Aber wir können Stellung beziehen und unseren Standpunkt deutlich machen. Wir selbst können kleine, aber sinnvolle Dinge tun, indem wir achtsam mit Kunststoffen und Chemikalien umgehen oder Möglichkeiten suchen, weniger Energie zu verbrauchen. Ein solches Verhalten wird inschallah eine Sadaka für uns sein.

Dabei sollten wir uns stets an folgenden Hadith unseres Propheten erinnern: „Wenn ein Muslim einen Baum pflanzt, sind alle Früchte, die von diesem Baum gegessen werden, eine Spende für seine Seele. Und wenn seine Früchte gestohlen werden, so sind auch diese eine Spende für seine Seele. Und wenn wilde Tiere und Vögel von seinen Früchten essen, so sind auch sie eine Spende für seine Seele. Nie gibt es einen Verlust. Alle Früchte dieses Baumes sind fortan Spenden für sein Seelenheil.“[5]

[1] Sure Dschâsiya, 45:13
[2] Sure Rûm, 30:41
[3] Arâf suresi, 7:10
[4] Sure Ibrâhîm, 14:32-34
[5] Muslim. Musakat. Abschnitt 2, Hadith-Nr. 3764

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