Freitagspredigt

Hutba – Eine globale Bewegung: Kurbân

16. November 2007

Verehrte Muslime,

in der heutigen Hutba soll über die Bedeutung und den Sinn des Opferns (Kurbân) gesprochen werden, um diesen Gottesdienst schon jetzt auf die Tagesordnung unserer Gemeinde zu setzen. Kurbân bedeutet wörtlich soviel wie Annäherung. Im Türkischen wird dieser Begriff insbesondere für das Opfertier benutzt, dass um Allahs Willen geschächtet wird. Das Opfern gehört laut dem Vers „Auch das Opfern von Großvieh haben Wir euch als ein Symbol Allahs bestimmt.“ (Sure Hadsch [22:36]) zu den Zeichen und Eigenschaften des Islams und wurde durch den Vers „Darum bete zu deinem Herrn und opfere!“ (Sure Kawthar, [108:2] erlaubt. Der Hadîth „Wer in der Lage ist zu Opfern, es aber unterlässt, soll sich unserer Gebetsstätte nicht nähern.“ (Ibni Mâdscha) wird als Beweis für die Verbindlichkeit des Opferns angesehen. Zajd bin Arkâm berichtet: Die Gefährten des Gesandten Gottes fragten ihn: „Was ist der Ursprung des Opferns?“ Er antwortete: „Es ist eine Sunna eures Vaters Ibrâhîm.“ Die Gefährten fragten erneut: „Wie groß ist dann unsere Belohnung?“ Der Gesandte Gottes erwiderte: „Für jedes Haar eine Belohnung.“ Als die Gefährten ihre Frage für Schafe und Ziegen wiederholten, antwortete er: „Für jedes Haar des Felles gibt es eine Belohnung.“ (Tirmizî)

Verehrte Geschwister,

hinter dem Gebot des Opferns, das sich aus dem Koran und der Sunna ableiten lässt, stecken große Weisheiten (Hikma). In der Gesellschaft gibt es neben reichen und wohlhabenden Menschen auch solche ehrenhaften Menschen, die vielleicht seit Monaten kein Fleisch zu essen bekommen haben, sich aber ihre Situation nicht anmerken lassen. Diese leben zurückhaltend und stellen ihren Mitmenschen keine Anforderungen. Gerade für diese Menschen ist das Opferfest ein wahres Festmahl. Die Herzen dieser Menschen, die von dem Fest profitieren, werden gewonnen. Sie haben Anteil am allgemeinen Wohlstand, auch wenn dieser Anteil nur gering ist. Dies führt zur Stärkung der sozialen Gerechtigkeit und der Zuneigung zwischen den Menschen. Außerdem werden die Herzen mit Frieden erfüllt, da man gleichzeitig einen Gottesdienst (Ibâda) verrichtet. Durch diesen Gottesdienst erfahren die Muslime Freundschaft, Geschwisterlichkeit, Zuneigung, Respekt, Mitleid, Hilfsbereitschaft und Solidarität. Hass, Wut, Feindschaft und Argwohn werden beendet.

Verehrte Muslime,

wie gesagt, fördert das Opfern die Solidarität und Hilfsbereitschaft. Ausgehend von dieser Eigenschaft, ist es besser, neben der örtlichen Durchführung, auch eine weltweite Organisation durchzuführen, um eine noch größere Tat zu vollbringen und den Weg zur globalen muslimischen Brüderlichkeit zu ebnen. Durch die Verteilung der einzelnen Opfertierspenden an zehntausende Menschen, wird eine Annäherung und Freundschaft mit Millionen von Menschen erreicht. Je mehr die Zahl der Opfertierspenden steigt, desto größer ist die Wirkung. In diesem Sinne ist die von unserem Verband seit 23 Jahren durchgeführte Opfertierkampagne ein bescheidener Schritt. Aus diesem Grund sollten unsere Geschwister sofort mit der Arbeit beginnen, sich dieser Organisation annehmen, Arbeitsgruppen bilden und diese mit Aufrichtigkeit fortführen. Wir sollten nicht warten, dass jemand zu uns kommt und uns seine Opfertierspende gibt, sondern diese von unseren Gemeindemitgliedern und anderen Geschwistern sammeln, um so ihre Teilnahme an dieser Kampagne zu gewährleisten. Daher sollten wir den Menschen diesen Dienst zugänglich machen und die von unserer Zentrale angefertigten Plakate, Broschüren und CDs sichtbar aufhängen oder verteilen.

Mögen wir alle der Belohnung würdig sein, die in folgendem Hadîth beschrieben wird: „Der Mensch hat vor Allah nichts getan, was Ihm lieber wäre, als am Tag des Opferfestes ein Tier zu schächten. Dieses Opfertier wird am Tag des Jüngsten Gerichts mit seinen Hörner, seinem Fell und seinen Hufen kommen. Das Blut des Opfertieres hat vor Allah eine große Bedeutung. Das Opfertier wird angenommen, bevor sein Blut den Boden berührt. Reicht das Opfertier Allah sauber und mit einem reinen Herzen.“ (Tâdsch, 209)

IGMG – Irschad-Abteilung

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