Freitagspredigt

Hutba – Islam, Religion des Guten

28. Januar 2011

Verehrte Geschwister,

das diesseitige Leben ist sehr kurz. Alles, was uns im ewigen jenseitigen Leben begegnen wird, hängt von diesem ab. Jemand, der in Kenntnis dessen ist, wird sein Leben so nutzen, dass es zu einem angenehmen Leben im Jenseits führt. Neben seinen Aufgaben als Geschöpf Gottes wird der verantwortungsbewusste Mensch versuchen, seinen Mitmenschen nützlich zu sein und ihnen Gutes tun. Anderen Gutes zu tun ist mit einer großen Belohnung verbunden und kann Grund dafür sein, eine Ewigkeit im Paradies (Dschanna) zu gewinnen. Darauf weist unser Schöpfer in folgenden Versen hin: „In der Tat, wer auch immer sich Allah hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und keine Furcht kommt über sie, und sie werden nicht traurig sein.“ (Sure Bakara, [2:112]) Und der Prophet Muhammad (saw) sagt diesbezüglich: „Manche Menschen sind dazu erschaffen, die Bedürfnisse anderer zu stillen und ihnen zu helfen. An diese Menschen wenden sich die Bedürftigen. Für diese Menschen gibt es keine Furcht vor dem Jenseits.“ (Tabarânî) „Wer dem Respektlosen gegenüber sanftmütig ist,, dem Ungerechten vergibt, mit dem Geizigen teilt und wer sich um seine Verwandten und Angehörigen kümmert, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern, hat im Paradies einen hohen Rang.“ (Tabarânî)

Verehrte Muslime,

keine gute Tat ist umsonst. Gerade deshalb müssen wir so oft und so vielen Menschen wie möglich Gutes tun. „Denn Allah ist mit denen, die ihn fürchten und die Gutes tun.“ (Sure Nahl, [16:128]) Auch sollte man sich nicht nur auf Menschen beschränken, denn man kann jedem Lebewesen Gutes tun. Wir erfahren beispielsweise von dem Gesandten Allahs, dass der Besitzer einer verhungernden Katze wegen dieser Untat in die Hölle kam. In einer anderen Überlieferung wird berichtet, dass ein Mensch, der aus Barmherzigkeit (Rahma) einem durstigen Hund etwas zu trinken gibt, dadurch in das Paradies eintrat. Wer die Angelegenheiten seines Glaubensbruders erledigt, für den beten die Engel. Für jeden Schritt, den man dafür macht, wird eine Sünde vergeben und am Jüngsten Tag erhält er die unterschiedlichsten Gaben.“ (Ibni Mâdscha) Diese frohe Botschaft gilt wieder jenen, die anderen Gutes tun. „Muslime sind Geschwister. Sie verletzen einander nicht. Wer einen Fehler eines Muslims für sich behält, dessen Fehler verdeckt Allah am Tag des Jüngsten Gerichts.“ (Buchârî) Aus dieser Überlieferung geht hervor, dass sich Glaubensgeschwistern gut behandeln sollen, Fehlern mit Verständnis und Vergebung entgegen kommen sollen und somit auf die Belohnung Allahs hoffen können.

Verehrte Geschwister,

ständig Wohltaten vollbringen zu wollen, also immer dem Guten zu folgen hat nicht nur eine Belohnung zur Folge, sondern vernichtet ebenso das Schlechte in unserem Leben. „Seht, die guten Werke vertreiben die bösen.“ (Sure Hûd, [11:114]), heißt es im Koran. Daher müssen wir stets dafür Sorge tragen, dass das Gute in unserem Leben und unserer Gesellschaft immer mehr verbreitet wird. Außerdem dürfen wir nie vergessen, dass keine einzige gute Tat unbeantwortet bleibt. Folgender Hadith sollte unseren Weg erhellen: „Seinem Glaubensbruder lächelnd entgegenzutreten und zu verhindern, dass er Schlechtes tut, Fragenden den Weg zu weisen, hinderliche Dinge von der Straße zu entfernen, gilt alles als Sadaka (Almosen).“ (Tirmizî) „Es gibt nichts besseres als zwei Dinge: An Allah zu glauben, seinen Geschöpfen Gutes zu tun und ihnen gegenüber liebevoll zu sein. Es gibt nichts schlechteres als zwei Dinge: Schirk (Vielgötterei) zu begehen und den Menschen Schlechtes zu tun.“ (Ibni Hadschar al-Askalânî) „Tue dem Gutes, der es verdient und dem, der es nicht verdient. Wie schön, wenn der, dem du Gutes tust, es verdient. Und wenn er es nicht verdient, so bist du trotzdem von den Guten.“ (Ibni Nadschdschar)

IGMG-Irschâdabteilung

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