Freitagspredigt

Hutba – Sich seiner Sache bewusst sein

20. März 2009

Verehrte Muslime,

wir sind die Anhänger einer Religion (Dîn), welche vom Schöpfer an die Menschheit gesandt wurde. Dies ist ein Weg, den alle Propheten seit Âdam (as) gelehrt und gelebt haben und der durch die Gelehrten in unzähligen Werken festgehalten, ausformuliert und an uns überliefert wurde. Wir dürfen uns glücklich schätzen, uns zu den Anhängern dieser Religion zählen zu dürfen. Unsere erste Aufgabe ist es, den Weg unserer Vorfahren, also den Weg der Sunna zu verfolgen, und uns allen Schwierigkeiten zu stellen, die uns auf diesem Weg begegnen. Denn das Diesseits ist eine Prüfung und erst das Jenseits ist der Ort der Belohnung. Der Gläubige (Mu’min) ist sich der Prüfung bewusst und weiß, dass die Schwierigkeiten nicht weniger werden, solange er sich ihnen nicht stellt. Der Hadîth „Das Paradies ist von Strapazen umgeben und die Hölle von Verführungen.“ (Buchârî und Muslim) bringt die Situation des Gläubigen im Diesseits zum Ausdruck. Nur derjenige, der sich den Strapazen des Lebens stellt, kann ins Paradies gelangen. Und nur derjenige, der die Verführungen des Diesseits erkennt und diesen den Rücken zukehrt, kann die Hölle meiden. Im Koran fragt Allah: „Oder glaubt ihr etwa, in das Paradies einzutreten, ohne dass euch das gleiche traf wie die vor euch? Es traf sie Unglück und Not, und sie wurden so hin- und hergeschüttelt, dass der Gesandte und die Gläubigen bei ihm sprachen: Wann kommt Allahs Hilfe (endlich)? Doch Allahs Hilfe ist nahe!“ [2:214]

 

Verehrte Geschwister,

der Gläubige, der sich seiner Sache bewusst ist, wird erst seine Religion lernen und seinen Glauben (İmân) festigen, bevor er anderen seinen Glauben vermittelt. Jedoch ist es nicht ausreichend nur genügend Wissen und einen gefestigten Glauben zu besitzten. Denn nur die Hilfe Gottes ist ausschlaggebend für den Erfolg im Diesseits. Doch um der Hilfe Gottes würdig zu sein, muss der Gläubige den Weg des Propheten verfolgen, sich also  seiner Sache mit vollem Einatz widmen. Erst dann darf er auf die Hilfe Gottes hoffen. Der Gläubige muss also seinen Glauben festigen, sich Wissen aneignen und sich nach Kräften für sein Ziel einsetzten. Auf diese Weise wird sein Leben der Spiegel seines Glaubens werden und als Vorbild für andere Menschen dienen.

 

IGMG-Irschadabteilung