Freitagspredigt

Hutba – Unser eigentliches Ziel: Das Wohlgefallen Gottes

05. November 2010

Verehrte Muslime,

im Koran werden einige für den Menschen äußerst wertvolle Personen und Dinge erwähnt, die sein Leben schmücken, ihn aber auch zu sehr an das Diesseits binden können. In einem Vers heißt es: „Den Menschen ist es eine Lust, sich an Frauen und Kindern, aufgespeicherten Schätzen an Gold und Silber, Rassepferden, Herden und Ackerland zu erfreuen. So ist der Nießbrauch des Lebens im Diesseits. Aber Allah – bei ihm ist die schönste Heimstatt. Wie uns der Vers lehrt, sind die Gaben dieser Welt zwar schön und gut, aber das wahre Gute ist nur bei Allah. All das, was uns im Diesseits gegeben wurde, ist vergänglich. Nur das, was uns im Jenseits (Âchira) erwartet ist von wahrem Wert und Bedeutung für uns. Im folgenden Vers heißt es deshalb: „Sprich: „Soll ich euch Besseres als dies verkünden?“ Die Gottesfürchtigen finden bei ihrem Herrn Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen, und reine Partner und Allahs Wohlgefallen. Und Allah sieht seine Diener wohl.“ (Sure Âli Imrân, [3:15]) Das Paradies (Dschanna) ist also besser als das Diesseits.

Verehrte Geschwister,

in einem Hadith, der uns von Dschâbir bin Abdullâh (ra) überliefert wurde, sagt unser Prophet: „Wenn die Paradiesbewohner in das Paradies eintreten, werden sie von Allah gefragt: „Soll ich euch etwas geben, das noch wertvoller ist als das?“ Die Paradiesbewohner antworten: „Ja, oh Herr. Aber was kann es besseres geben, als das?“ Daraufhin sagte Allah: „Besser als diese Gaben ist mein Wohlgefallen euch gegenüber.“ (Tabarî, Bd. 3, S. 281) Das Paradies ist also die schönste und wertvollste Gabe, die wir uns vorstellen können. Doch noch wertvoller ist das Wohlwollen unseres Schöpfers. Für uns bedeutet das: Wir sollten uns an das halten, das uns zum Wohlgefallen Gottes führt.

Verehrte Muslime,

das wahre Schöne ist also nicht das, woran wir unser Herz im Diesseits hängen. Von Wert und Bedeutung ist für uns nur das Jenseits. Natürlich haben auch die Gaben dieser Welt eine Bedeutung, aber sie sind von vergänglicher Natur und begrenzt. Alles sollte seiner Bedeutung gemäß betrachtet werden. Die diesseitigen Gaben sind für uns nur dann wertvoll, wenn sie für unser jenseitiges Leben von Wert sind. Dies geschieht, indem wir Dankbarkeit (Schukr) gegenüber den Gaben Gottes zeigen. Und das wiederum ist dann der Fall, wenn wir den Schöpfer dieser Gaben erkennen und anerkennen.

Wir können auf dieser Welt viel Reichtum und Ansehen besitzen. Doch sollten wir uns bewusst sein, dass diese Dinge vergänglich sind und uns von Gott gegeben wurden. Sie wurden uns nur für eine kurze Dauer anvertraut. Sie sollten uns nicht von unserem eigentlichen Ziel, also dem Wohlgefallen unseres Schöpfers abhalten. In unserem Handeln und Denken sollte dieses Ziel immer die Hauptrolle spielen.

IGMG-Irschadabteilung

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