Freitagspredigt

Hutba -Wissen um glückselig zu werden

12. Februar 2010

Verehrte Muslime,

mit „Ilmihal“ bezeichnen wir all das theoretische und praktische Wissen, das jeder Muslim besitzen muss, um seiner Verantwortung gegenüber seinem Herrn sowie seinen Aufgaben innerhalb der Gesellschaft nachzukommen. Kurz: das Wissen über das richtige Verhalten. Dieses grundlegende Wissen sollte sich jeder Muslim erwerben, denn sie ist die mindeste Voraussetzung für ein Leben gemäß dem Willen Gottes. Ohne dieses Wissen ist weder der İmân (Glaube) noch die Ibâda (Gottesdienst) möglich.

Verehrte Geschwister,

die Grundlage des Islams ist das Wissen. Bereits in den ersten Versen des Korans wird vom Lesen und Schreiben gesprochen. Zahlreiche Verse handeln vom Wissen und dem Wissenserwerb. Einige davon sind folgende: Aber diejenigen unter ihnen, deren Wissen fest ist, und die Gläubigen glauben an das, was zu dir hinabgesandt wurde und vor dir hinabgesandt worden ist. Und diejenigen, die das Gebet verrichten und die Steuer zahlen und an Allah glauben und an den Jüngsten Tag – wahrlich, ihnen werden wir gewaltigen Lohn gewähren. [4:162] (Es gibt) auch Menschen, Tiere und Vieh von unterschiedlicher Farbe. Aber nur die Wissenden unter seinen Dienern fürchten Allah. Allah ist fürwahr mächtig, verzeihend.“ [35:28] „Ist etwa der, welcher die Stunden der Nacht in Andacht verbringt, sich niederwerfend oder stehend, auf das Jenseits achtend und auf seines Herrn Barmherzigkeit hoffend,… Sprich: »Sind etwa diejenigen, welche wissen, und jene, welche nicht wissen, einander gleich?« Nur die Verständigen lassen sich warnen.“ [39:9]

 

So wie der Koran hat auch unser Prophet Muhammad (sav) stets auf die Bedeutung des Wissens aufmerksam gemacht und zum Erwerb von Wissen motiviert. Er sagte: „Wer sich auf den Weg macht um Wissen zu erwerben und dabei jede Möglichkeit wahrnimmt, dem wird Gott den Weg zum Paradies erleichertern.“ (Muslim, Zikr, 17; Abû Dâwûd, Salat, 27) Wer sich auf den Weg macht um Wissen zu erwerben und dabei keine Möglichkeit auslässt, dessen Tat gilt als Sühne für seine Sünden.(Dârimî, Mukaddima, 6)

Verehrte Muslime,

die Folgen der Unwissenheit können beseitigt bzw. wiedergutgemacht werden. Das gilt aber nicht für das fehlende religiöse Wissen, denn dies ist notwendig, um im Diesseits und auch im Jenseits glückselig zu werden. Es ist nicht möglich, ohne einen gefestigten İmân und die sinngemäße Verrichtung der Ibâda Glückseligkeit zu erlangen. Deshalb sollten wir uns  – den Versen und Hadithe folgend – das Mindestmaß an Wissen aneignen, es in unserem Leben umsetzen und anderen vermitteln. Wir sollten uns bemühen unsere Moscheen und andere Einrichtungen, die unter anderem dem Wissenserwerb und der Wissensvermittlung dienen regelmäßig aufzusuchen und zu fördern. Selbtverständlich bietet es sich auch an, sich der zahlreichen Ilmihal-Büchern zu bedienen, die alles enthalten, was ein Muslim wissen muss, um seinen Pflichten nachzukommen. Auf diese Weise können wir sowohl im Diesseits als auch im Jenseits Glückseligkeit erreichen. Wie glücklich dürfen wir uns schätzen, wenn wir in diesem Bestreben erfolgreich sind.

   

IGMGIrschadabteilung