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Hutba: Der Monat der Danksagung: Dhul-Hijja

01. August 2019 Rahla Koran
Rahla Koran

Verehrte Muslime!

Die Gaben Allahs sind unzählbar; unser tägliches Brot, die Verkehrsmittel, die wir nutzen, unsere vier Wände, in denen wir leben, jeder Atemzug, den wir nehmen; all diese Dinge sind ein Teil der Gaben Allahs, die Er uns schenkt. Allah der Erhabene sagt: “Wenn ihr die Gnade Allahs zu zählen versuchtet, so würdet ihr sie nicht erfassen.“[1] Wenn wir also Allahs Gnade nicht einmal erfassen können, so ist es erst recht unmöglich Ihm für all Seine Gaben gebührend zu danken. Auch dass wir durch unsere ibâdâs niemals Allahs Recht erfüllen können, wissen wir durch das Bittgebet des Prophet ﷺ, in dem er sagt: “Ich kann Dich nicht gebührend lobpreisen. Du bist so wie Du dich selbst gepriesen hast.”[2]

Liebe Geschwister!

Nachdem wir uns unsere Mängel und Schwächen im Hinblick auf unsere Dankbarkeit zugestanden haben, müssen wir uns umso mehr anstrengen. Gemäß dem Prinzip “Wenn man eine Sache nicht vollständig erfüllen kann, lässt man deshalb nicht den Großteil aus” müssen wir unsere Dankbarkeit gegenüber Allah so gut es geht ausdrücken. Dies tun wir indem wir unsere Pflichten erfüllen und uns darüber hinaus mit aufrichtigen und konstanten – wenn auch wenigen – Taten Allah nähern. Darüber hinaus müssen wir von den besonderen Zeitabschnitten des Jahres profitieren, in denen die guten Taten noch großzügiger belohnt werden. Eines dieser besonderen Zeitabschnitte sind die ersten zehn Tage des Monats Dhul-Hijja, die heute begonnen haben.

Ehrenwerte Geschwister!

Nachdem uns Allah im edlen Koran von der Errichtung der Kâba und dem Beginn des Aufrufes zum Hadsch berichtet hat, erklärt Er die Weisheit wie folgt: „Damit sie die Vorteile davon erfahren können und damit sie über dem Vieh, mit dem Wir sie versorgten, an den bestimmten Tagen den Namen Allahs aussprechen. So esst davon und speist den notleidenden Armen.”[3] Die im Vers erwähnten „bestimmten Tage“ sind die ersten zehn Tage des Monats Dhul-Hijja,[4] über welche unser Prophet ﷺ  sagte, dass sie die wertvollsten Tage der Welt sind.[5]
An diesen Tagen kommen wichtige ibâdâs zusammen, wie z.B. Gebet, Fasten, Hadsch und die Opfergabe. Diese segensreiche Zeit endet mit Arafat – dem allervorzüglichsten Tag des Jahres – gefolgt vom Opferfest (Îd Al-Adhâ).

Verehrte Gläubige!

Diese wertvolle Zeit müssen wir gut nutzen! Der Gesandte Allahs ﷺ sagte nämlich:Es gibt keine Tat, die vorzüglicher ist als jene, die in den ersten zehn Tagen von Dhul-Hijja ausgeführt werden!Die Sahaba fragten: “Gilt das auch für die Bemühung auf dem Wege Allahs?” Darauf antwortete der Prophet ﷺ: “Das gilt auch für die Bemühung auf dem Wege Allahs. Ausgenommen ist nur jener, der sein Leben und Vermögen dafür aufopfert.”[6]
Deshalb lasst uns uns darum bemühen, diese besondere Zeit vor allem mit freiwilligem Fasten und Gebeten, dem Nachholen von verpassten Gebeten, wie auch die Koranrezitation zu beleben. Wer bisher noch nicht die Gelegenheit gefunden hat, sollte auch seine Spende für die Opfergabe abgeben.

Unsere Geschwister, die noch nicht regelmäßig beten, sollten diese Tage als Gelegenheit zur Tawba verstehen und mit dem Gebet beginnen.

Möge Allah uns zu jenen machen, die Ihm durch ibâdâs bestmöglich ihre Dankbarkeit erweisen. Möge Er uns ermöglichen die ersten zehn Tage des Dhul-Hijja so gut es geht zu nutzen. Âmin

[1] Sure İbrâhîm, 14:34
[2] Muslim, Salât, 42, H.Nr: 486
[3] Sure Al-Hadsch, 22:28
[4] Vgl. Bukhari, Îdeyn, 11
[5] Vgl. Musned Al-Bezzar, Vgl. Haythamî: Madschma’u z-Zavâid 4/20
[6] Dârimî, Savm, 52, H.Nr: 1814; Bukhari, Îdeyn, 11, H.Nr: 969

Hutba-Der Monat der Danksagung Dhul-Hijja

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