Freitagspredigt

Hutba – Die Kraft von Dua

20. Januar 2006

Verehrte Muslime,

heute geht es in unserer Hutba um Dua, also den Bittgebeten, die wir bewusst oder unbewusst tagtäglich aussprechen. Unser Herr sagt im glorreichen Koran: “ U´duni Estedschib lekum“ = „ Ruft Mich an, Ich werde auf euch eingehen!“

Deshalb müssen wir unserem Herrn öfters nach unseren Gottesdiensten unsere Bittgebete aussprechen. Das ist nicht schwierig. Denn Dua Bedarf weder die Waschung noch Geld.

Aber was ist eigentlich Dua?

Dua ist die inständige Anflehung zu Allah teala. Dua ist der „Ruf“ des Menschen zu Allah, die Worte des Lobes, des Dankes, des Preisens, der Hoffnung und der Bitte. Dua ist im Gegensatz zum rituellen Gebet frei von jedwedem Ritual und jedem Muslim freigestellt. Er spricht sie, wann immer er will, gleich wo er sich befindet, zu welcher Zeit auch immer und gleich in welcher Sprache.

Dua ist eine ganz besondere Sache in unserem Leben. Es ist mehr als nur bloße Worte. Es gibt uns ein sicheres Gefühl der Hoffnung. Wenn wir Dua aussprechen, sind wir uns sicher, dass unser Herr uns erhört. Dua ist das Herzblut unserer Religion und auch eine Art geistige Medizin, die uns im Zustand des Druckes, des Tiefstandes und der Furcht erleichtert. Dua ist die geistige starke Waffe in unserer Hand. Es ist in guten sowie in schlechten Zeiten und für die bedürftigen Momente in unserem Leben ein Trost. Jede aufrichtige Dua ist eine Erlösung. Es ist ein Geständnis unserer Schwäche gegenüber dem Allmächtigen.

Zweifellos erreicht jede Dua ihr Ziel.

Es gibt Zeiten, in denen die Menschen sich im Ozean des Segens befinden aber es gibt auch Zeiten, in denen sie im Abgrund der Sünden sind. Diese Sünden verschmutzen von Tag zu Tag die Seele des Menschen. Diese kann man wieder bereinigen, indem man seine Taten bereut und vor dem Erhabenen und Barmherzigen um Vergebung bittet. Dua ist der beste Weg zu diesem Reuegeständnis.

Falls dieses dann wirklich eine innere Abrechnung mit sich selbst hervorruft, ist das ein Zeichen dafür, dass diese Dua seinen Zweck erfüllt hat. Eine Dua aber, die mit Tränen vermischt ist, ist die aufrichtigste Anbetung. Denn die Tränen sind der Beweis für ein ehrliches Reuegefühl und die Selbsterkenntnis.

Liebe Geschwister,

jemand der sich Dua als Gewohnheit aneignet, erwirbt dadurch einen guten Charakter.

Aber wir sollten nicht nur für uns selbst Dua machen, sondern auch andere in unsere Bittgebete mit einschließen. Denn es heißt: “ Wer in Abwesenheit seines Glaubensbruders für ihn Dua macht, sagen die Engel >> Das selbe soll auch für dich geschehen.

Ich möchte meine Hutba mit den Bittgebeten unseres geliebten Propheten (saw), welche er auf seiner Taif Reise gesagt hat, beenden.

O Herr, ich teile nur dir mit und beschwere mich nur bei dir für meine geschwächte Stärke, meine Ausweglosigkeit und für meine Verachtung und Erniedrigung vor dem Volk.

O Du Allerbarmer aller Barmherzigen!

Du bist der Herr der Schwächeren.

O Herr! Du bist so barmherzig, dass du mich meinen gnadenlosen Feinden nicht überlässt.

O Herr! Ich bitte um deine Gnade, bis du mit mir zufrieden bist. All Kraft und Macht gebührt dir“¦

Amin“¦

IGMG Irschad-Abteilung

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