Freitagspredigt

Hutba: Geistiger Beistand

01. Februar 2013

Verehrte Muslime,

so wie man zum Arzt geht, wenn man körperlich krank ist, so sucht man auch professionelle Unterstützung, wenn es einem geistig nicht gut geht. Tut man das nicht, kann dies zu schwerwiegenderen Problemen für den Einzelnen und für die gesamte Gesellschaft führen. Deshalb wendet man sich in solchen Situationen oft an einen guten Freund oder an den Imam in der Moschee, um Hilfe und Rat zu bekommen. Es ist also unumgänglich, bei Krankheiten der Seele professionellen Beistand zu suchen, genauso wie es notwendig ist, einen Fachmann aufzu-suchen, wenn man körperlich erkrankt ist.

Liebe Geschwister, 

in einigen Städten und Ländern gibt es in diesem Bereich seit einigen Jahren professionelle Projekte für Muslime. Dazu zählen Krankenhausbesuche, professionelle Hilfe bei schweren Krankheiten infolge von Unfällen oder bei Todesfällen von Erwachsenen und Kindern oder auch bei innerfamiliären Problemen. Diese Dienste werden von Muslimen wahrgenommen und begrüßt. Damit wird eine Lücke im sozialen Dienst geschlossen.

In diesem Sinne sollte die muslimische Gemeinschaft sich dafür einsetzen, professionelle Personen auszubilden und Institute einzurichten, um dem Bedürfnis nach geistiger Unterstützung nachzu-kommen. Als Muslime sollten wir in diesem Bereich keine Mühe scheuen. Denn in einem Koranvers beschreibt Allah die Gläubigen wie folgt: „Diese eilen um die Wette nach dem Guten und suchen einander darin zuvorzukommen.“ (Sure Mu’minûn, 23:61) Auch der Gesandte Allahs empfiehlt den Menschen in vielen Überlieferungen im Guten zu wetteifern und den Menschen nützlich zu sein.

Aus diesem Grund ist die Gründung von Arbeitsgemeinschaften und Organisationen, die die Perspektive eines religiösen Menschen verstehen und somit die geeigneten Lösung erarbeiten können, sehr wichtig. Und das nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Familie dieser Person sowie für Menschen, die schwere Krankheiten erleiden oder den Tod eines geliebten Menschen miterleben mussten. Dieser Dienst kann im Einzelnen lebenswichtig sein.

Verehrte Muslime,

mit der rasanten Veränderung unserer Lebensumstände und unserer Lebenseinstellung verändern sich auch unsere familiären Bindungen sowie das Bewusstsein sozialer Verantwortung. Dabei ist das eigentlich ein fester Bestandteil unserer Kultur und Tradition. Islamische Gemeinschaften müssen in dieser Sache Hand in Hand Lösungen entwickeln. Denn unser Schöpfer lädt uns in vielen Koranversen zum Guten ein und wünscht Gesellschaften, die Vorreiter im Guten sind. In einem Koranvers heißt es: „Und damit aus euch eine Gemeinde wird, die zum Guten einlädt, das Rechte gebietet und das Unrechte verbietet. Sie sind es, denen es wohl ergehen wird.“ (Sure Âli Imrân, 3:104)

Das Leben ist voller unterschiedlichster Prüfungen. Niemand von uns weiß, wann er mit welcher Prüfung konfrontiert werden wird. Es ist uns eine Pflicht, professionelle Einrichtungen aufzubauen und Menschen auszubilden, die anderen in jeder Hinsicht professionell zur Seite stehen können. Möge Allah unsere Prüfung erleichtern!

IGMG Irschadabteilung

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