Freitagspredigt

Hutba: Unsere Gesprächskreise

15. November 2013

Verehrte Muslime,

zu Lebzeiten unseres Propheten waren Gesprächskreise, die sowohl bei ihm zu Hause als auch in den Häusern seiner Gefährten stattfanden, Orte der Wissensvermittlung und Verbreitung des Islams. In den darauf folgenden Jahren fanden nahezu alle Gesprächskreise bei Erkam (r) statt. Diese Art von Zusammenkünften ist eine prophetische Methode, also eine Sunna, der auch wir folgen möchten.

Unser Prophet erklärte: „Religion ist ein aufrichtiger Ratschlag“ (Muslim, İmân, 95) Ferner wird auch im Koran die Wichtigkeit von Ratschlägen und lehrreichen Gesprächskreisen betont: „Doch ermahne (weiterhin); denn Ermahnung nützt sicherlich den Gläubigen.“ (Sure Zâriyât, 51:55) Unsere Religion wurde den ersten Muslimen zur Zeit unseres Propheten auf diese Weise vermittelt; viele fanden so zum Koran. In den Gesprächskreisen wurden Freundschaften geschlossen, Freude und Leid geteilt und Lösungen für Probleme gesucht. Die vorbildhaften Menschen, die den Islam bis in unsere Zeit getragen haben, gingen aus diesen Gesprächskreisen hervor.

Liebe Geschwister,

manche Gespräche und Vorträge berühren uns dermaßen, dass sie zu einem Wendepunkt in unserem Leben werden. So tragen regelmäßige Gesprächskreise dazu bei, Freundschaften zu stärken und geben unseren Geschwistern, die keiner Gemeinde angehören und zunehmend vereinsamen, neue Hoffnung. Wir verlassen diese Treffen oft als komplett andere Menschen. Eine weitere Besonderheit der Gesprächszirkel, die insbesondere unsere Jugendlichen positiv beeinflussen, ist die Vermittlung von familiären, kulturellen und religiösen Werten. Unsere Jugendlichen werden bei diesen Zusammenkünften das Zuhören und Verstehen lernen. Des Weiteren werden sie darin gestärkt, ihre Meinungen zu äußern und sich anderen mitzuteilen.

Die Wichtigkeit solcher Versammlungen geht auch aus folgenden Koranversen hervor: „In den Häusern, deren Errichtung Allah erlaubt hat, damit dort seines Namens gedacht werde, preisen ihn des Morgens und des Abends. Männer, die weder Handel noch Geschäft abhält von dem Gedenken an Allah und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Steuer. Sie fürchten den Tag, an dem sich Herzen und Blick verkrampfen, (und hoffen,) dass Allah sie für ihre schönsten Werke belohnt und ihnen seine Huld mehrt. Und Allah versorgt, wen er will, ohne Maß.“ (Sure Nûr, 24:36-38)

Verehrte Muslime,

lasst uns Gesprächskreise gründen, in denen Wissen vermittelt und Allahs Segen und Barmherzigkeit zu spüren sind und durch die unsere Beziehung zu unserer Familie und unseren Nachbarn gestärkt wird. Wenn es bereits welche in unserer Umgebung gibt, dann lasst uns an diesen teilnehmen. Möge Allah uns zu denen zählen, die Lehren aus solchen Zusammenkünften ziehen, davon profitieren und das Gelernte umsetzen.

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