Gemeinschaft

IGMG-Vorsitzender Yavuz Çelik Karahan: „Wir gehören nun hier her.“

25. Oktober 2007

„Unser nun 46-jähriger Aufenthalt in Deutschland lässt sich in drei Zeitabschnitte von je 15 Jahren einteilen, die von uns analysiert werden müssen.“ sprach Karahan und fuhr fort: „Die ersten 15 Jahre waren die Zeit der ersten Generation, die als Gäste nach Deutschland kamen. Am Ende jener 15 Jahre wurden keine türkischen Arbeitskräfte mehr angeworben. 80 % dieser Generation waren an der Errichtung unserer Moscheen beteiligt. Den zweiten Zeitabschnitt prägte die zweite Generation, von denen einige ihre Schulzeit in der Türkei, andere wiederum in Deutschland verbrachten hatten. Während dieser Zeit kehrten viele in die Türkei zurück, was u.a. auf die Rückreise-Prämie von 15 000 DM zurückzuführen ist. Die Generation, die darauf folgte, unterscheidet sich in vieler Hinsicht von den zuvor genannten. Hier geboren und zur Schule gegangen, formte sich bei ihnen die Bleibeabsicht, die dazu führte, dass sie Häuser und Moscheen in Deutschland erwarben. Die Probleme nahmen zu, allerdings stieg gleichzeitig die Anzahl der Jugendlichen, die sich für ein Studium entschieden und ihre Zahl stieg stetig. Zurzeit studieren 44 000 türkische und gar 100 000 muslimische Studenten an deutschen Universitäten. Zudem gibt es 64 000 türkische Geschäftsmänner, die Arbeitsplätze für 500 000 Menschen schaffen. Denjenigen, die uns fragen, was wir den getan hätten, und darauf verweisen, dass wir vom Verfassungsschutz beobachtet werden, antworten wir: Wir haben den Menschen geholfen ihre muslimische Identität zu bewahren. Außerdem würden wir auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden, wenn wir nichts täten. 

Es gibt in Europa eine islamische Gemeinschaft und innerhalb dieser gibt es die Milli Görüş, also eine Gemeinschaft von Muslimen, die ihren Glauben bewusst ausleben. Unsere Gemeinschaft ist nahezu so alt wie die europäische Union. Wir haben bisher viel geleistet und werden es auch weiterhin tun. Den vierten Zeitabschnitt von 15 Jahren müssen wir gut planen. Es gibt dieser Tage nur ein Thema im Weltgeschehen und das ist der Islam. Das sollte uns diese Tatsache vor Augen führen: Allah gibt uns das, was wir verdienen. Wenn wir der vierten Generation Gutes tun wollen, müssen wir das bereits heute in die Wege leiten.“  

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