Pressemitteilung

Islamische Gemeinschaft begrüßt Weiterentwicklung der Deutschen Islam Konferenz

24. Januar 2022
Pressemitteilung

„Die Weiterentwicklung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) birgt große Chancen. Die Themen der DIK könnten auch in den Moscheegemeinden ankommen und von Musliminnen und Muslimen angenommen werden“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist die Ankündigung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die Deutsche Islam Konferenz fortführen und weiterentwickeln zu wollen. Bekir Altaş weiter:

„Die Islamische Gemeinschaft begrüßt die Ankündigung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die Deutsche Islam Konferenz fortzuführen und auszubauen. Erfreut ist die IGMG auch über die Aussagen von Ministerin Faeser, dass der Islam ‚selbstverständlich‘ ein Teil Deutschlands ist und sie die Prävention von Muslimfeindlichkeit stärken will. Diese neuen Signale aus dem Bundesinnenministerium sind bedeutend und wichtig für Millionen Musliminnen und Muslime in Deutschland.

Die Deutsche Islam Konferenz blickt inzwischen auf eine 16-jährige Geschichte zurück. Mit ihren vielen Höhen und Tiefen hat sie sich als sehr lehrreich erwiesen. Das gilt sowohl bei der Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch bei der Themensetzung. Diese Erfahrungen sind wertvoll und sollten in die Weiterentwicklung der DIK einfließen.

Manche Zusammensetzungen haben etwa dazu geführt, dass die DIK von vielen Musliminnen und Muslimen nicht mehr ernst genommen wurde. So hat der Staat mit Personen über den Islam gesprochen, die mehrheitlich durch ihre sogenannte ‚Islamkritik‘ bekanntgeworden sind. Irritiert haben immer wieder auch die Teilnahme von Personen und Initiativen, die keinerlei Vertretungsauftrag haben – weder personell noch institutionell.

Ähnlich verhielt es sich nicht selten bei der Themenwahl und Schwerpunktsetzung. Die zunehmenden Ambitionen, in religiöse Bereiche vorzudringen, aus denen sich der Staat qua Verfassung herauszuhalten hat – politisch wie gesellschaftlich – gehören auf den Prüfstand. Ein weiteres großes Problem: Zu oft wurden Musliminnen und Muslime im Kontext der DIK als Sicherheits- oder Integrationsproblem etikettiert. Das hat antimuslimische Vorurteile befeuert und verfestigt in der Gesellschaft.

Eine Weiterentwicklung der DIK wäre, wenn auf staatlicher Seite nicht nur das in erster Linie für die innere Sicherheit und die ‚Ausländer‘-Politik zuständige Bundesinnenministerium am Tisch sitzen würde, sondern auch das Bildungs-, Familien-, Arbeits-, Justiz- und Gesundheitsministerium unter Berücksichtigung der föderalen Struktur und der jeweiligen Zuständigkeiten sowie Vertreterinnen und Vertreter fachkundiger Institutionen, etwa der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Aufgrund der bisherigen Enttäuschungen sind die aktuell positiven Signale aus dem Bundesinnenministerium wichtig. Eine Weiterentwicklung unter Federführung der neuen Ministerin bietet zahlreiche Chancen, etwa dass die Themen der DIK endlich auch in Moscheegemeinden ankommen und von Musliminnen und Muslimen angenommen werden; aus der DIK etwas entsteht, das einen echten Mehrwert für die muslimische Bevölkerung bietet und so auch der Gesamtgesellschaft zugutekommt.

Die Islamische Gemeinschaft wird sich in diesen Prozess wie immer konstruktiv einbringen und die weitere Entwicklung im Sinne der Musliminnen und Muslime in Deutschland begleiten.“

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