Pressemitteilung

Islamische Gemeinschaft fordert mehr Hilfe für arme Länder

03. Juni 2022
Pressemitteilung

„Militärische Aufrüstung auf Kosten von Entwicklungshilfe ist der falsche Weg. Er führt politisch wie moralisch in eine Sackgasse.“, erklärt Kemal Ergün, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Kemal Ergün weiter:

„Die Folgen des Kriegs werden weltweit immer deutlicher sichtbar. Am meisten macht sich das in armen Ländern bemerkbar. Steigende Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten haben die ohnehin prekäre Situation in diesen Ländern weiter verschärft. Es droht eine weitere Hungerkrise, die Millionen Menschen treffen wird. Alle reichen Industrienationen sind dringend aufgefordert, diese humanitäre Katastrophe abzuwenden.

Die Islamische Gemeinschaft ist sehr besorgt darüber, dass derzeit über die militärische Aufrüstung intensiver diskutiert wird als über die global zunehmende Armut und ihre Folgen. Die Rüstungsindustrien erhalten Großaufträge auf Kosten von Entwicklungshilfe. Das ist ein fataler Fehler, der noch mehr Gewalt und Leid bringen wird. Mehr Waffen bedeuten auch mehr Kriege.

Wir appellieren an die Vernunft der Weltgemeinschaft und rufen insbesondere reiche Länder dazu auf, sich ihrer globalen Verantwortung bewusst und gerecht zu werden. Das heißt: Mehr Entwicklungshilfe für die Armen, fairer und nachhaltiger Handel sowie Umweltschutz, damit nicht noch mehr Menschen ihrer Lebensräume beraubt werden durch den Klimawandel, was zum allergrößten Teil auf das Konto reicher Länder geht.

Frieden ist nur möglich, wenn die Menschheit fair miteinander umgeht und Ressourcen gerecht verteilt werden. Reichtum und Wohlstand auf der einen Seite, Ausbeutung und Hunger auf der anderen Seite hingegen sind keine hinnehmbaren Zustände. Wo immer Krieg und Not sind, muss die Welt hinschauen, einschreiten und helfen. Es ist bezeichnend, dass alle der weltweit am meisten vernachlässigten Krisen derzeit in Afrika sind. Der Blick auf menschliches Leid – egal, wo immer es ist – muss sich grundlegend ändern und befreit werden von rassistischen Mustern.“

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