Pressemitteilung

„Mehr Zusammenhalt! – 8. März Weltfrauentag“

07. März 2016 Hatice Şahin, Frauenorganisation
Hatice Şahin, Frauenorganisation

„Der Druck, der auf Frauen lastet, in Bezug auf ihr Aussehen, ihre Kleidung, ihr Auftreten ist enorm. Seit jeher kämpfen Frauen weltweit dafür, dass sie selbstbestimmt über ihre Köper entscheiden können und dieser Kampf dauert bis heute an,“ sagt Hatice Şahin, die Vorsitzende der Frauenorganisation der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2016. Hatice Şahin weiter:

„In Europa gibt es eine lange Geschichte der Frauenbewegung, die für das Recht der Frau am eigenen Körper eingetreten ist und nach wie vor eintritt. Wenn es aber darum geht, muslimischen Frauen dieses Recht zu gewähren, stößt man auf Ablehnung. Scheinbar gibt es im Main Stream Feminismus nur ein richtiges Frauenbild. Wer dagegen verstößt, verliert offenbar alle Rechte, für die man eigentlich einstehen wollte. Eine muslimische Frau wird stattdessen als Verräterin oder per se Opfer von Unterdrückung tituliert. Dass es auch Probleme in der muslimischen Community in Bezug auf die Unterdrückung der Frau gibt, soll hier nicht bestritten werden. Indem aber diese Unterdrückung an einem Kleidungsstück – dem Kopftuch – festgemacht wird, wird der Diskurs an den eigentlichen Problemen der Frauen vorbei geführt.

Muslimische Frauen tragen das Kopftuch bewusst und selbstbestimmt. Dafür werden sie zum Beispiel im Berufsleben ausgegrenzt, bei Freizeitaktivitäten diskriminiert und sogar auf offener Straße angefeindet. Das alles kommt zusätzlich zur Benachteiligung aller Frauen auf dem Arbeitsmarkt, bei der Höhe des Lohns und nicht zuletzt der gesellschaftliche Druck, Familie und Beruf verbinden zu können.

Deshalb möchte ich alle Frauen dazu aufrufen, einander zuzuhören. Jede Frau hat eine andere Vorstellung darüber, wie sie leben möchte und was ihr persönliches Frauenbild ist. Dem muss Raum gegeben werden. Erst dann können wir gemeinsam die Probleme angehen, die alle Frauen in unserer Gesellschaft betreffen. Diese Themen sollten aber nicht nur am 8. März im Zentrum stehen, sondern müssen das ganze Jahr über vertieft und bearbeitet werden. In diesem Sinne rufe ich zu mehr Zusammenhalt auf!“

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