Freitagspredigt

Hutba: Selbstreflektion in der Mitte des Ramadans

14. April 2022 Rahla
Rahla

Verehrte Muslime!

Der Beginn des Ramadans ist Barmherzigkeit, seine Mitte Vergebung und sein Ende die Erlösung – und diese Mitte, haben wir jetzt erreicht. Wir möchten den Ramadan nutzen, um unsere Seele zu stärken. Möge Allah uns vergeben. Mit unserem Fasten und unseren Ibâdâs suchen wir Zuflucht bei ihm. Wir wissen, dass es keine andere Zuflucht gibt. Im Koran heißt es: „Und vertraue auf Allah; Allah genügt als Beschützer. Allah ist unser Schöpfer und Beschützer. ”[1] Wer sich an ihn wendet und Zuflucht bei ihm sucht, den enttäuscht er nicht.

Liebe Geschwister!

In einem Koranvers heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah! Und eine jede Seele soll auf das Acht geben, was sie für morgen vorausschickt. Und fürchtet Allah! Allah weiß sehr wohl, was ihr tut.”[2] Wer aufrichtig an Allah, seinen Propheten (s) und den Tag des Jüngsten Gerichts glaubt, bemüht sich mit seinen Ibâdâs und seiner Hingabe, im Diesseits sowei im Jenseits Glückseligkeit zu finden. Selbstverständlich ist das größte Glück, das Wohlwollen Allahs zu erlangen. Dafür ist der Monat Ramadan eine gute Gelegenheit, denn wie unser Prophet (s) sagte, werden im Ramadan „…die Teufel in Ketten gelegt[3].  Das macht es dem Gläubigen noch leichter, seine Spiritualität zu pflegen und seinen Charakter zu verbessern.

Verehrte Muslime!

Wie schön es wäre, wenn wir als gesamte Umma die Sorgfalt, die wir im Ramadan an den Tag legen, zur Gewohnheit machen würden. Wir sollten diesen Zustand und diese Bemühung auch im Rest des Jahres beibehalten. In einem türkischen Sprichwort heißt es: „Lebe so, als sei jeder, der kommt, Hidr, und jede Nacht die Kadr-Nacht.“ Der Koran ist unser Wegweiser. Wegweiser muss man studieren und verstehen lernen. Und natürlich dementsprechend handeln. Das gilt für den Koran und die Sunna. Der Koran wurde herabgesandt, um gelesen zu werden. Lesen hat dann Sinn, wenn man versteht; und verstehen macht dann Sinn, wenn man das Verstandene lebt. Möge unser Schöpfer uns trotz unserer Fehler zu den Gläubigen gehören lassen, die den Islam leben.

Verehrte Muslime!

In den kommenden Tagen beginnen die letzten zehn Tage des Ramadans. Eine von ihnen ist die Kadr-Nacht, in der die Herabsendung des Korans begann. Aischa (r) sagte: „Der Gesandte Allahs war an den letzten zehn Tagen des Ramadans besonders eifrig.“[4] Wer die Möglichkeit dazu hat, dem raten wir, der Sunna des Îtikâf zu folgen. Auch möchten wir unsere Geschwister an die Fitra-Abgabe erinnern, als Dank dafür, nach dem Fasten das Ramadanfest erreicht zu haben. Vernachlässigt auch die Zakat nicht, die zu den Pflichten im Islam gehört. Vergesst nicht, dass sie unseren Besitz nicht schmälert, sondern ihn schützt und segnet. Außerdem möchte ich an die Fidya erinnern, die diejenigen zahlen, die aus berechtigten Gründen nicht fasten konnten.

Allah möge uns helfen, den restlichen Ramadan so leben, wie es ihm gebührt.

[1] Sure Ahzâb, 33:3

[2] Sure Haschr, 59:18

[3] Buhârî, Sawm, 5

[4] Muslim, Îtikâf, 8

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